Fragen und Antworten
Äpfel und Birnen in der Corona-Berichterstattung

Corona ist in den Medien allgegenwärtig - das hat seine Gründe.
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  • hochgeladen von Stefan Verderber

Wir beantworten die häufigsten Leser-Fragen zur Corona-Berichterstattung.

MURAU/MURTAL. Vor allem in den sozialen Medien und generell im Internet tauchen immer öfters viele Fragen zur aktuellen Berichterstattung über das Coronavirus in den Medien auf. Wir haben einige davon gesammelt und versuchen, sie zu beantworten.

1) Warum wird so viel über Corona berichtet?
Antwort: Der Ausbruch des Coronavirus ist ein Jahrhundertereignis und die Pandemie greift - was der Begriff auch bedeutet - weltweit um sich. Jeder Mensch ist also direkt oder zumindest indirekt davon betroffen. Zudem hat das Virus Auswirkungen auf so ziemlich alle Bereiche des täglichen Lebens. Angefangen von Gesundheit und Pflege über die Wirtschaft bis hin zu Kultur und Sport. Deshalb dreht sich in der aktuellen Berichterstattung eben vieles um Corona.

2) Interessiert das die Leser überhaupt?
Antwort: Ja! Das kann man alleine schon an den Online-Zugriffszahlen und an den vielen Reaktionen der Leser ablesen. Auf unserem Online-Portal sind unter den zehn meistgeklickten Berichten im November acht Beiträge über Corona. Zudem bekommen wir viele Anfragen und Anrufe von Betroffenen.

3) Woher kommen die Daten für die Berichterstattung?
Antwort: Dafür gibt es mehrere Datenquellen. Zahlen werden etwa direkt vom Gesundheitsminis-terium zur Verfügung gestellt. Die Österreichische Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) liefert mit ihrem Dash-board tagesaktuelle Zahlen aus allen Bezirken Österreichs. Und nicht zuletzt aktualisiert das Land Steiermark über die Landessanitätsdirektion täglich ihre Zahlen aus allen steirischen Bezirken. Seit drei Wochen werden dort auch aktuelle Zahlen aus den Gemeinden veröffentlicht. Es kann vorkommen, dass die Zahlen von unterschiedlichen Quellen etwas abweichen. Das hängt damit zusammen, dass nicht alle Institutionen gleichzeitig aktualisieren. Die AGES stellt ihr Dashboard etwa täglich um 14 Uhr um, das Land nutzt mittlerweile immer die Zahlen zwischen 0 und 24 Uhr.Freilich wird nicht alleine über Daten berichtet. Wir holen regelmäßig Statements von Behörden, Einsatzorganisationen oder der Krankenanstaltengesellschaft Kages ein. In der Region sind Muraus Bezirkshauptmann Florian Waldner und Murtals Bezirkshauptmann-Stellvertreter Peter Plöbst Hauptauskunftspersonen. Beide arbeiten mit ihren Teams seit Monaten an der Krise und haben eine große Expertise vorzuweisen.

4) Warum werden Coronazahlen „hochgerechnet“?
Antwort: Man kann eben nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Daher kommt die einfache mathematische Formel des gemeinsamen Nenners zur Anwendung. Will man etwa die Zahlen aus den Bezirken Murau und Graz miteinander vergleichen, muss man diese Herangehensweise nutzen. Graz hat rund 291.000 Einwohner, Murau etwa 27.500. Zum Vergleich nimmt man in diesem Fall den gemeinsamen Nenner von 100.000 Einwohnern. Dabei wird allerdings immer klar angegeben, dass es „relative“ und keine „absoluten“ Fallzahlen sind. Werden etwa die Gemeinden der Region untereinander verglichen, dann wird auf 1.000 Einwohner gerechnet.

5) Sind die Medien den Verantwortungsträgern gegenüber zu unkritisch?
Antwort: Dieser Vorwurf wird vor allem seit dem zweiten Lockdown oft geäußert. Zu Beginn der Pandemie war das Verständnis über die Maßnahmen der Regierung unter der Bevölkerung noch sehr groß, seitdem ist es, vielen Umfragen zufolge, allerdings stetig geschrumpft. Die Bevölkerung ist corona-müde geworden und dadurch wächst auch die Kritik. Die Medien haben vor allem zu Beginn für die Maßnahmen geworben, damit die Zahlen zurückgehen können. Allerdings wird immer wieder auch kritisch berichtet. Thematisiert werden unter anderem lange Wartezeiten auf Tests, Ungleichheit bei den Maßnahmen, Nachteile für Schüler oder ältere und pflegebedürftige Personen oder persönliche Schicksale. Aber freilich: Selbst hinterfragen kann man sich immer - das können, sollen und wollen auch wir machen.

6) Was bringt die Corona-Berichterstattung den Lesern?
Antwort: Durch die aufbereiteten Daten und weitergehenden Analysen bekommt die Bevölkerung einen regelmäßigen Überblick über den aktuellen Stand und kann sich so auch selbst eine Meinung über die Berechtigung der Maßnahmen der Regierung machen. Zusätzlich setzen viele Medien auf den Servicecharakter. Vor allem zu Beginn der Pandemie wurden etwa in der Murtaler Zeitung die Hilfsservices der einzelnen Gemeinden abgedruckt. Während des ersten Lockdowns wurden dann Online-Shops, Lieferservices und Dienstleistungen in der Region fein säuberlich gesammelt und aufgelistet - selbstverständlich kostenlos. Auch im zweiten Lockdown bieten wir hier einen Überblick über Liefer- und Abholservices.

Info

Falls Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben, posten Sie sie gleich in den Kommentaren oder senden Sie ein Mail an stefan.verderber@murtaler.at - wir versuchen, sie zu beantworten.

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