Murtal/Murau
"Eine Schule ohne Schüler ist schlimm"

Derzeit müssen die Schüler von zu Hause aus lernen.
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Wir haben uns in den regionalen Schulen umgehört: Von Distance Learning über Matura-Sorgen bis zum geplanten Ruhestand wurde berichtet.

MURTAL/MURAU. „Gemeinsam schaffen wir das“, lautet die Parole im BG/BRG Judenburg. Innerhalb von nur wenigen Tagen wurde der Unterricht am Gymnasium sowohl für die Unter- als auch die Oberstufe umgestellt. „Distance Learning“ heißt die neue Devise. Gearbeitet wird mit neuen Medien.

Schule ohne Schüler

„Eine Schule ohne Schüler ist schlimm“, sagt Direktor Johann Mischlinger. Aber: „Unsere Schüler haben jahrelange Erfahrung mit E-Learning. Laut bisherigen Rückmeldungen funktioniert das derzeit sehr gut. Nur wenige Schüler haben Probleme. Daran sieht man auch, wie gut die Haushalte mittlerweile schon ausgestattet sind“, staunt der Schulleiter. Mischlinger ist derzeit Krisenmanager für rund 750 Schüler und 70 Pädagogen. „Das ist ein Großbetrieb und es ist sicher nicht ohne“.

Kinder nicht überfordern

Ständig berücksichtigt werden dabei die Anweisungen des Ministeriums. Mischlinger: „Es ist anders als im Regelbetrieb. Derzeit wird der Stoff nur vertieft und wiederholt. Man darf die Kinder nicht überfordern.“Dieses Prinzip wird auch in der HLW Murau angewandt: „Es wird kein neuer Stoff durchgemacht, nur alter Stoff gefestigt. Das kann auch ein Vorteil für die Schüler sein“, sagt Direktor Hannes Grogger. Er versichert auch, dass seine Schüler bestens auf die Matura vorbereitet werden.

Matura in der Schwebe

Laut aktuellem Plan soll diese am 19. Mai starten. Zwei Wochen davor sollen die angehenden Absolventen zur Vorbereitung wieder in die Schule dürfen. Eine Garantie gibt es dafür derzeit aber nicht. Nur soviel: „Alle werden und können ihren Abschluss machen“, versicherte Bildungsminister Heinz Faßmann am Dienstag.

Pilotprojekt

In der HLW Murau sieht man die aktuelle Lage jedenfalls auch als Chance. Ab Herbst wird dort gemeinsam mit der Gesundheits- und Krankenpflegeschule das Pilotprojekt „Pflege mit Matura“ angeboten. In der aktuellen Situation sind Mitarbeiter im Pflegebereich noch begehrter als ohnehin schon. Man kann quasi mit einer Jobgarantie rechnen. „Wir sind für den neuen Zweig gerade in der Anmeldephase. Ich erwarte mir da schon größeres Interesse“, sagt Grogger.

Verschiedene Plattformen

Großes Interesse am neuen Unterricht gibt es jedenfalls auch in der HAK Judenburg: „Unsere verschiedenen Plattformen eröffnen uns da viele neue Möglichkeiten. Ich habe bislang sehr positive Rückmeldungen bekommen“, berichtet Direktorin Sonja Hofer. „Und wenn es kleinere Probleme gibt, dann können wir das sofort lösen.“ Bezüglich der bevorstehenden Matura werden die Schüler ständig über Neuigkeiten informiert. „Mehr können wir ohnehin nicht machen. Wir müssen uns an die Vorgaben halten“, sagt Hofer. Auch sie sieht einen positiven Aspekt der Krise: „Alle Schüler freuen sich schon darauf, wieder in die Schule kommen zu dürfen.“

Ruhestand

Zu welchem Zeitpunkt das sein wird, kann man derzeit freilich noch nicht sagen. Aktuell kursieren Vorschläge, den Schulbetrieb erst im September regulär zu starten. „Das würde mich sehr hart treffen“, sagt Johann Mischlinger. Er tritt nämlich mit Ende des Schuljahres in den Ruhestand und möchte davor seine Schüler noch zu sehen bekommen. „Aber man muss die Situation ernst nehmen. Die Schule ist ein gewaltiger Verbreitungsfaktor“, gibt er zu bedenken. Trotzdem wünscht er sich, „so schnell wie möglich wieder Normalität.“


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