MURTAL/MURAU
"Land unter" im Murtal: Hochwasser hält Einsatzkräfte auf Trab

Auch im Gemeindegebiet von Unzmarkt-Frauenburg kam die Mur bedrohlich nahe an Wohnhäuser und Siedlungen heran.
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Enormen Sachschaden richtet das Hochwasser entlang der Mur in den Bezirken Murau und Murtal an. Auch im salzburgischen Lungau herrscht in diesen Tagen Hochwasseralarm. An der steirischen Landesgrenze zum Lungau ist die Lage besonders brenzlig. Die Gemeinde Stadl-Predlitz wurde zum Hochwasserkatastrophengebiet. Paalbach und Turrachbach schwollen zu reißenden Flüssen an.

Bedingt durch starken Regen und gleichzeitiger Schneeschmelze stiegen die Pegelstände einiger Bäche und vor allem der Mur innerhalb kürzester Zeit an. In der Nacht von Sonntag auf Montag gab es für die Einsatzkräfte Hochwasseralarm. Besonders betroffen war im Bezirk Murau die Gemeinde Stadl-Predlitz, wo Vorbereitungen für Evakuierungen getroffen werden mussten. Am heutigen Nachmittag hat sich die Lage wieder etwas entspannt. Gerhard Soukup, in Stadl beheimatet und begeisterter Sportfischer, wohnt ganz in der Nähe des Paalbaches, der "eine einzige grausliche Schlammlawine" ist, wie er im Telefongespräch mit der Murtaler Zeitung sagt. Soukup hat oberhalb von Murau auch ein Fischereirevier in der Mur gepachtet und sieht für den zuletzt wieder guten Fischbestand in der oberen Mur schwarz. Alle Hegebemühungen der letzten Jahre dürfte das Hochwasser zunichte gemacht haben.

Pegelstände sinken, Lage bleibt angespannt

Die Pegelstände sind in den Bezirken Murau und Murtal mittlerweile wieder etwas gesunken. Die Lage bleibt dennoch angespannt, weil weitere Regenfälle prognostiziert werden.
Die Mur gleicht in diesen Tagen einer Kloake. Für die starke Gewässertrübung sorgen unter anderem zahlreiche Murenabgänge, Hangrutschungen und Baggerarbeiten in den Uferbereichen der Mur. Dazu müssen da und dort sicher auch Stauräume, in denen sich Hundertausende Kubikmeter stinkender Schlamm angesammelt hat, abgesenkt werden. Das Murwasser, um diese Zeit normalerweise so klar, dass man den Flussgrund sehen kann, wälzt sich nun als schwarzbraune, schlammige Masse in Richtung Landeshauptstadt.
In Scheifling beobachten die zwei Gemeindebediensteten Reinhold Gruber und Dietmar Friedl die Lage am Murufer beim hölzernen Mursteg in Lind bei Scheifling, unmittelbar neben der Kläranlage. "In der Früh war der Wasserstand noch höher als jetzt", so einer der beiden.
Der Mursteg ist sicherheitshalber gesperrt worden. Demnächst soll er gänzlich erneuert werden. Das stand aber schon vor dem Hochwasser fest.

Murfischer befürchten große Schäden

Willi Kaura, Obmann des Murfischereivereines Zeltweg-Judenburg befürchtet, dass der Fischbestand durch das Hochwasser und eventuelle Stauraumspülungen bzw. Absenkungen schwer in Mitleidenschaft gezogen wird. Auch Rudolf Bittinger, Obmann des Arbeitverfischereivereines Knittelfeld, sieht die derzeitige Lage kritisch: "Schaut nicht gut aus", meint er. Der Fischbestand in der Mur ist durch Fischräuber wie dem Fischotter, die Kormorane, Fischreiher und Gänsesäger ohnehin schon sehr stark unter Druck geraten. Die Fänge der Fischer in der Mur lassen in letzter Zeit einiges zu wünschen übrig. Das bestätigt auch Franz Hafellner, Obmann der Fischereigemeinschaft Thalheim-Knittelfeld.
Bei einer Krisensitzung im Gasthaus Stocker in Furth war Fischereiexperte Christian Lang, der ebenfalls ein Fischereirevier in der Mur gepachtet hat. "Wir haben hier gerade eine Lagebesprechung mit der Feuerwehr sowie Fischern und Jägern", erklärt er am Telefon.
Ursprünglich war in dieser Woche eine Bestandserhebung der BOKU Wien in der Mur vorgesehen. Dabei werden ausgewählte Revierabschnitte zur Feststellung der Fischdichte und Art nach wissenschaftlichen Kriterien befischt und dokumentiert. Aufgrund des Hochwassers musste die Befischung aber abgesagt werden.

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