IN MEMORIAM WALTER MAIER
Walter Maier hat tiefe Spuren hinterlassen

Knappschaftsvereins-Obmann Walter Maier ist am Samstag, 22. August 2020 in seinem Haus in der Fohnsdorfer Bergmanngasse verstorben.
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Die Verabschiedung von Walter Maier in der Pfarrkirche Fohnsdorf geriet zur Hommage für den Verstorbenen, der in seinem Leben Großes geleistet hat und dessen Beliebtheit sich in den Trauerreden spiegelte.

FOHNSDORF. Als Obmann des Knappschaftsvereines Fohnsdorf war Walter Maier vielen bestens bekannt. Mit großem Engagement hat er diesen während seiner letzten Lebensjahre geführt. Deshalb begleitete ihn auch eine große Schar an Mitgliedern und Ehrenbergmännern auf seinem letzten Weg. Unter den zahlreichen Trauergästen sah man u. a. Ministerin a. D. Gabriele Heinisch-Hosek, eine Freundin der Familie, NRAbg. Max Lercher, Bürgermeister Gernot Lobnig, die Vizebürgermeister Mario Lipus und Volkart Kienzl und viele weitere bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sowie Freunde und langjährige Wegbegleiter des Verstorbenen.

Ein Rückblick auf sein Leben

Walter Maier wurde am 24. 2. 1951 als Sohn von Walter und Leopoldine Maier geboren und wuchs mit seinen beiden Schwestern Jutta und Gudrun in Aichdorf auf. Nach der Schule absolvierte er eine Lehre als Installateur. Bald danach erfolgte sein Einstieg in den Bergbau und danach ein Wechsel zur Firma Stettin. In der Folge absolvierte Walter Maier eine einjährige Ausbildung zum Maschinenmeister an der Bulme in Graz. Sein weiteres Berufsleben drehte sich um den Schwerpunkt Tunnel- und Schachtbau. Im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit lernte er viele Orte und Baustellen im In- und Ausland kennen.
Verheiratet war Walter Maier in erster Ehe mit Magdalena Karner. Dieser Partnerschaft entsprangen die Kinder Christian und Ruth. Schwer getroffen hat ihn 1992 der Tod seiner Frau Magdalena, die damals den Kampf gegen ihr Krebsleiden verlor. In diesen Jahren war Walter Maier sehr dankbar für die Fürsorge und Betreuung, die seine Schwiegereltern Leni und Rudi Karner seinen beiden Kindern angedeihen ließen. - Nach einem Jahr Arbeit vor Ort war Walter wieder auf auswärtigen Baustellen im Einsatz.
Im Jahr 2005 heiratete Walter Maier seine zweite große Liebe Gabi Binder, der er erstmals am 4. Dezember 1996 begegnete. Viel Freude in sein Leben brachte auch die Geburt seiner beiden Enkelkinder Lena und Nina, die ihn zum stolzen Opa machten.
Im Jahr 2011 trat Walter Maier seine Pension an und fand fortan auch Zeit, sich dem Vereinsleben in Fohnsdorf zu widmen. Auch hierbei brachte er wie schon in seinem herausfordernden Berufsleben seine ganze Schaffenskraft ein. Dem Bergbau Zeit seines Lebens eng verbunden war er im Ruhestand rühriger Obmann des Knappschaftsvereines Fohnsdorf.
Es schien, als könnte nichts die wiedergewonnene Lebensfreude von Walter Maier trüben, bis ihn im Jahr 2018 eine niederschmetternde Diagnose ereilte. In der Folge stellte er sich - wie seinerzeit seine Frau Leni - dem Kampf gegen den Krebs in großartiger und tapferer Art und Weise. Am Ende hat er den Kampf leider verloren und ist am 22. August 2020, um 14 Uhr zu Hause, umgeben von seinen Kindern und seiner Frau Gabi friedlich entschlafen. Der Tod hat seinen schmerzvollen Weg in die Ewigkeit beendet.

Erinnerungen seiner Gabi

Irmi Knitl, eine Freundin der Familie, vermittelte den Trauergästen in der Kirche einige Erinnerungen von Walters Frau Gabi. Nachfolgend ein kleiner Auszug davon: „Es war der 4. Dezember 1996, dem Tag der Heiligen Barbara, als nach einer sehr stimmungsvollen Feier beim zukünftigen Eisenbahntunnel Siegberg im Mostviertel beim gemütlichen Beisammensitzen ein Mann auf mich zustürzte und meinte - ,und ich bin der Walter‘. Das war unsere erste Begegnung“, der weitere folgen sollten. So beim Tunnelanschlag am 7. Dezember, als die Sektflasche nicht zerschellen wollte und es war wieder Walter, der Gabi dabei unterstützte, dass die Flasche endlich zerbarst. Gabi Binder war von 1990 bis 2013 Nationalratsabgeordnete und als solche auch Tunnelpatin. Nach vielen weiteren Begegnungen entdeckten die beiden Gemeinsamkeiten, führten lange Gespräche und bald war es um sie geschehen.
Walters Leben war bis dahin sehr turbulent, oft schwierig und auch sehr traurig verlaufen. Die Trauer über den Verlust seiner jungen Liebe Magdalena, die ihm zwei Kinder schenkte sowie die Sorge um die Kinder war allgegenwärtig und Walter benötigte dafür viel Kraft. Weiterhin auf Baustellen beschäftigt, führte ihn sein Weg auch nach St. Valentin und somit zu seiner Gabi, mit der er seine Lebensfreude wiederfand. Es war eine zu Tränen rührende Liebesgeschichte, die da in der Kirche erzählt wurde.

Ein letztes „Glück auf!“

Als Trauerredner würdigte bei der Verabschiedung auch der Fohnsdorfer Tourismus-Obmann Rudi Fußi seinen lieben Freund und Weggefährten Walter Maier, der unter anderem auch Mitglied im Lions Club Aichfeld-Murboden war. „Sein Herz galt ein Leben lang den Schwachen. Kameradschaft, Freundschaft, gegenseitiger Respekt und Verständnis hatten für ihn einen großen Stellenwert. Seine Empathiefähigkeit war beeindruckend“. Rudi Fußi hatte viel zu erzählen über Walter Maier, dem „unsere Tradition, unsere Geschichte, unsere Erinnerung und die Rituale der Bergleute“ wichtig waren. Das wollte er in jeder Sekunde seines Lebens aufrechterhalten, damit all das nicht in Vergessenheit gerät. „Denn Walter war mit Leib und Seele Bergmann“.
Für die musikalische Begleitung sorgten in dankenswerter Weise Peter Vorraber, Theresa Vorraber und - momentan auf Heimaturlaub von der Heidelberger Oper - Wilfried Staber, ein Freund von Walter Maier.
Für die Firma Östu-Stettin überbrachte Dipl.-Ing. Manfred Sachs letzte Grußworte.
Der Dank seiner Gabi und der Kinder Christian und Ruth, die Walter Maier selbst aufopfernd betreut und gepflegt haben, gilt auch dem mobilen Palliativteam sowie Prim. Dr. Gernot Maurer für die verständnisvolle medizinische Betreuung in den letzten Tagen sowie vielen Freundinnen und Freunden, die ihrem Walter und seiner Familie Beistand geleistet haben. - Die Totenmesse wurde von Pfarrer Gottfried Lammer zelebriert, der Walter Maiers Leben in einem Lebenslauf Revue passieren ließ.

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