INTERVIEW
FPÖ: "Rückkehr zur alten Normalität"

Parlamentarier Wolfgang Zanger und seine FPÖ sind gegen eine „neue Normalität“ und für eine Rückkehr zur „alten Normalität“.
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  • Foto: FPÖ
  • hochgeladen von Wolfgang Pfister

Panikmache, Verordnungschaos, Meinungseinschränkung und ein „Kurz-Diktat“ ortet FPÖ-Abgeordneter Wolfgang Zanger.

Die Opposition und allen voran die FPÖ schießt sich mehr und mehr auf die Bundesregierung ein. In der Bevölkerung und auch in Wirtschaftskreisen macht sich ebenfalls immer mehr Unmut über Coronamaßnahmen breit. Viele halten die Verordnungen für überzogen und unverhältnismäßig. Unterschiedliche Meinungen gibt es auch unter Medizinern. Wir haben den FPÖ-Nationalratsabgeordneten Wolfgang Zanger um seine Meinung zur aktuellen Entwicklung gefragt.

MZ: In letzter Zeit wird der Widerstand gegen die zahlreichen Beschränkungen durch die Bundesregierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie immer lauter. Freut Sie das?
NRAbg. Wolfgang Zanger:
Wir haben uns vor einigen Wochen ganz klar von der Demokratie verabschiedet. Kanzler Kurz hat seine Maske fallen lassen und scheint es zu genießen, de facto autoritär zu regieren. In einem Verordnungschaos ohne Anfang und Ende weiß kein Bürger mehr, was eigentlich erlaubt ist und was nicht. Darüber hinaus wurde von Türkis-Grün gezielte Angst- und Panikmache betrieben, um die Bevölkerung mit Unterstützung gekaufter Medien einzuschüchtern und zu verunsichern.

MZ: Sie sind also der Meinung, die Bundesregierung verbreite gezielt Angst und Panik und wird dabei von „gekauften Medien“ unterstützt?
Zanger:
Wie oft war die Rede von Hunderttausenden Toten, von Massengräbern und anderen Grauslichkeiten? All diese künstlichen Stimmungsbilder sind und waren kilometerweit von der Realität entfernt. Kurz und seine grünen Steigbügelhalter haben die anfangs durchaus ernst zu nehmende Situation aber zu einer „Corona-Hysterie“ hochstilisiert, die Menschen gezielt in die Angst getrieben. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl an verfassungsrechtlich bedenklichen Vorschriften, unsere Bürger haben Freiheit, Sicherheit und Planbarkeit ihres Lebens im März sozusagen verloren. Der Mund-Nasenschutz ist zum Symbol einer willkürlich eingeschränkten Meinungsfreiheit geworden.

MZ: Sie sagen, der weltweit empfohlene Mund-Nasenschutz wird zum Symbol der eingeschränkten Meinungsfreiheit. Finden Sie nicht, dass das sehr wohl Sinn macht?
Zanger:
Natürlich ist jeder von uns bereit, mitzuhelfen, wenn es darum geht, eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. In der Tat werden sämtliche kritische Stimmen aus Wissenschaft und Medizin mundtot gemacht und nur noch eine „offizielle“ Meinung – nämlich die von Kanzler Kurz – zugelassen. Sämtliche abweichende Meinungen, seien sie auch hundert Mal wissenschaftlich belegt, werden vor allem vom Staatsfunk einfach totgeschwiegen. Wenn das der Weg sein soll, in die immer wieder propagierte „neue Normalität“, sehe ich für die Zukunft unserer Heimat schwarz.

MZ: Sind wir nicht schon angekommen in dieser „neuen Normalität“ und ist diese nicht notwendig, um die Zahl der Infektionen so niedrig wie möglich zu halten?
Zanger:
Die ÖVP führt uns gerade mit Rückendeckung der Grünen in eine Zukunft, in der der gläserne Mensch Realität wird. Das immer wieder verlangte bargeldlose Zahlen ist nichts anderes als die Vorstufe zur Abschaffung des Bargelds und mit einer „Corona-App“ ist es ein Leichtes, von jedem Bürger Bewegungsprofile zu erstellen. Die autoritären Züge der Regierung werden immer stärker, von der türkis-grünen Meinung abweichende Ansichten sofort als „Fake News“ abgestempelt. Anders zu denken als die Regierung wird quasi verboten.

MZ: Bekommen Sie eigentlich von der Bevölkerung Rückmeldung zu diesem Thema und wenn ja, welche?
Zanger:
In den vergangenen Wochen gelitten haben nicht nur Eltern, die aufgrund der wochenlangen Schulschließungen vor der Herausforderung standen, ihre Kinder zu Hause zu unterrichten, sondern auch Klein- und Kleinst-unternehmer, denen die Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit von heute auf morgen verboten wurde. Faktum ist, dass bei den groß angepriesenen Soforthilfemaßnahmen 90 Prozent der Selbstständigen durch den Rost fallen und auf ihren Einnahmeausfällen sitzenbleiben. Viele Unternehmen stehen dadurch am Rande des existenziellen Abgrunds! Dass ausgerechnet die schwarz bzw. türkis regierte durch und durch politische Wirtschaftskammer diese Förderungen vergibt, lässt erahnen, dass die Ausschüttung nach einem willkürlichen Gießkannenprinzip erfolgt. Jetzt muss es rasch bewerkstelligt werden, nicht nur Schulen und Universitäten wieder einem Normalbetrieb zuzuführen, sondern auch die heimische Wirtschaft entsprechend zu unterstützen, um langfristige Nachwirkungen so gut wie möglich zu verhindern. Wir Freiheitliche fordern daher nicht die „neue Normalität“, sondern eine Rückkehr zur „alten Normalität“.

MZ: Was will die FPÖ tun, um diese „alte Normalität“ wiederzuerlangen und wie stellen Sie sich das vor?
Zanger:
Zunächst einmal fordern wir volle Transparenz, wenn es um Corona-Statistiken, zum Beispiel die Sterbefälle betreffend, geht. Es müssen auch kritische Experten gehört werden, nicht nur jene, die im Auftrag der Regierung vorgefertigte Stellungnahmen herunterbeten. Für alle verursachten Einbußen, die Arbeitnehmer, aber auch Unternehmer erlitten haben, muss die Regierung vollen Ersatz leisten. Wir fordern ein sofortiges Ende aller Betretungsverbote, ein Hochfahren der Wirtschaft, das Aufheben der Sperren von Freizeit- und Sporteinrichtungen und keine generellen Veranstaltungsverbote in den kommenden Monaten. Sämtliche freiheitseinschränkende Maßnahmen sind umgehend zurückzunehmen und die Grundrechte und unsere Bundesverfassung entsprechend zu achten. Auch unter solchen Bedingungen ist es möglich, Risikogruppen sowie gefährdete Berufe entsprechend zu schützen und eine Ausbreitung des Covid-19-Virus zu verhindern.

Dieses Interview finden Sie auch in der Print-Ausgabe Ihrer Murtaler Zeitung.

Autor:

Wolfgang Pfister aus Murtal

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