MURTAL, WIEN
In jeder Krise steckt auch eine Chance

Bundesrätin Isabella Kaltenegger aus der Gaal.
  • Bundesrätin Isabella Kaltenegger aus der Gaal.
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  • hochgeladen von Wolfgang Pfister

Bundesrätin Isabella Kaltenegger übermittelte der Murtaler Zeitung einige Gedanken zur Corona-Krise. Worauf wir stolz sein können und was wir in diesen schwierigen Zeiten lernen können.

Wer hätte vor einem Monat gedacht, dass so vieles, was damals wichtig war, heute ganz unwichtig ist und wer hätte damals daran gedacht, dass die Welt innerhalb von wenigen Tagen eine ganz andere sein kann.
Covid-19 stellt unser Land, stellt die ganze Welt vor eine, seit dem 2. Weltkrieg nie dagewesene Herausforderung. Für Tausende Wirtschaftsbetriebe bedeutet diese Krise eine echte Existenzbedrohung und damit sind auch Hunderttausende Arbeitnehmer in ihrer Existenz gefährdet. Man sieht hier, wie eng vernetzt unser System ist. Ich bin sehr froh darüber, dass unsere Bundesregierung kurzfristig Maßnahmen gesetzt hat, die Betrieben das Überleben und damit den Menschen Arbeitsplätze zu sichern hilft.

Worauf wir stolz sein können

Aber: Wir werden diese Krise überstehen und wir sollten bei den vielen negativen und Angst machenden Meldungen auch Optimismus, Mut, Entschlossenheit und Lebensfreude nicht vergessen und wir haben dazu auch sehr gute Gründe.
Wir können stolz darauf sein in einem Land zu leben, das durch mutige und entschlossene Entscheidungen der Verantwortungsträger, beispielgebend mit den Auswirkungen dieser Krise umgeht.
Wir können stolz darauf sein, dass wir ein Gesundheitswesen haben, um das uns fast alle Länder dieser Welt beneiden und wir Ärzte, Krankenschwestern und verschiedenste Mitarbeiter in diesem Bereich haben, die, dem Ernst der Lage entsprechend, mit Umsicht agieren.
Wir können stolz darauf sein, dass Wirtschafts- und Arbeitnehmervertreter in schwierigen Zeiten zusammenstehen und gemeinsam an einem Strang ziehen.
Wir können stolz darauf sein, dass Wirtschafts- und Landwirtschaftsvertreter gemeinsam regionale Initiativen und Strukturen bewerben und damit stärken.
Wir können stolz darauf sein, in einer solidarischen Gesellschaft zu leben, in der sich Menschen gegenseitig helfen und in der Rücksicht aufeinander genommen wird.
Und wir können auch froh darüber sein, ein funktionierendes Netz an krisensicherer Nahversorgung mit hochwertigen Lebensmitteln zu haben. Es sollte uns gerade jetzt bewusst werden, wie wichtig es ist, vor Ort Zehntausende in der Landwirtschaft tätige Menschen zu haben, die uns mit den wichtigsten Grundnahrungsmitteln wie Getreide, Fleisch, Milch u.v.m. versorgen.

In der Zeit danach

Wir sollten danach aber auch eine ernsthafte Diskussion darüber führen, welche Aufgaben und welche Schwerpunkte sich die Europäische Union künftig setzen sollte, denn gerade in dieser Krise sind aus meiner Sicht seitens der EU viel zu wenig , viel zu spät und zum Teil auch gar keine Maßnahmen gesetzt worden.
Ich bin optimistisch, dass diese Krise auch nachhaltig positive Veränderungen in unserer Gesellschaft bewirken wird. Wenn wir es schaffen, dauerhaft das Gemeinsame vor das Trennende zu stellen.
Wir müssen dauerhaft – auch nach der Krise - kleinkarierten Parteienstreit hintanstellen und stattdessen gemeinsam für eine gute Entwicklung in unserer Gesellschaft und für unsere Region arbeiten
Und wenn wir aus dieser Krise lernen und die Bedeutung funktionierender regionaler Strukturen nicht mehr vergessen, können wir auch dauerhaft und nachhaltig die Existenz unserer bäuerlichen Betriebe sicherstellen und damit auch den Bäuerinnen und Bauern jene Anerkennung und Respekt erweisen, der ihnen zusteht. Sie verdienen es nicht nur in Krisenzeiten, genauso wie alle Arbeiter und Angestellten, Wirtschaftstreibende, Beamte, Ärztinnen und Ärzte, Pflegedienstmitarbeiter, Polizisten und alle anderen Berufsgruppen.
Wenn wir das beherzigen, wird diese Krise auch etwas Positives haben und unsere Gesellschaft noch ein wenig besser machen als sie jetzt ist.

Isabella Kaltenegger,
Abgeordnete zum Bundesrat

Autor:

Wolfgang Pfister aus Murtal

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