Der ehemalige SPÖ-Chef Christian Kern hat die Partei durch sein mehr als ungeschicktes Verhalten bei seinem Rücktritt als Parteichef in die Bredouille geritten.
Max Lercher im Out: Niemand versteht das!

Erst kürzlich erfolgte die Mandatsübergabe an seinen Parteikollegen Wolfgang Moitzi., weil sich Max Lercher voll und ganz auf seine Aufgabe als Bundesgeschäftsführer der SPÖ konzentrieren wollte.                                  Foto: Pfister
  • Erst kürzlich erfolgte die Mandatsübergabe an seinen Parteikollegen Wolfgang Moitzi., weil sich Max Lercher voll und ganz auf seine Aufgabe als Bundesgeschäftsführer der SPÖ konzentrieren wollte. Foto: Pfister
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Warum hat er das getan? Warum hat sich Christian Kern so unprofessionell verhalten und seine Parteigenossen dumm sterben lassen? Warum hat er selbst seine engsten Parteifreunde nicht in seine Absichten eingeweiht? Viele Fragen, die innerhalb der SPÖ kursieren. Aus steirischen SPÖ-Kreisen heißt es: „Niemand versteht das!“ Kern wurde innerhalb seiner Partei als Parteichef nicht infrage gestellt.
Die durch Kerns Verhalten entstandenen Turbulenzen innerhalb der SPÖ haben vor allem Max Lercher getroffen, der sich als Bundesgeschäftsführer der SPÖ voll und ganz auf seine Arbeit in Wien konzentrieren wollte und deshalb auch sein Landtagsmandat an den in Spielberg beheimateten Wolfgang Moitzi übergeben hatte. Mit dem Mandat verzichtete Lercher auch auf seine politische Immunität.

Nichts falsch gemacht

Lercher hat seine politische Zukunft in der Löwelstraße gesehen und im Prinzip nichts falsch gemacht. Der 32-jährige Sozialdemokrat aus St. Peter am Kammersberg hat in den letzten Jahren einen politischen Aufstieg erfahren, mit dem niemand - wohl auch er selbst nicht - gerechnet hat. Lercher galt als große Zukunftshoffnung der SPÖ. Er ist in der Steiermark sehr gut vernetzt und findet hier in der SPÖ nach wie vor großen politischen Rückhalt. Die steirischen Genossen sind vor allem von Christian Kern schwer enttäuscht, der Lercher im wahrsten Sinne des Wortes im Regen stehen hat lassen. Der Frust an der Parteibasis ist groß. Die Solidaritätsbekundungen für Lercher auch. Jetzt geht es aber darum, was er selbst möchte.

Ihre Mandate angeboten

Wie groß die Solidarität seiner Parteigenossen in der Steiermark ist, zeigt sich nicht zuletzt dadurch, dass der frisch gebackene Landtagsabgeordnete Wolfgang Moitzi sein Mandat zugunsten von Max Lercher wieder hergeben würde. Auch Gabriele Kolar würde auf ihres für Max Lercher verzichten, sagte sie. Das will der aber genauso wenig wie den Job als zweiter Landesgeschäftsführer oder dritter Bundesgeschäftsführer. Man werde Max Lercher keinesfalls fallen lassen, wird von der SPÖ verlautbart. Die Entscheidung liegt jetzt bei ihm, der sich erst einmal zum Nachdenken zurückgezogen hat.

SPÖ steht hinter der Neuen

Die neue Bundespartei- und Klubchefin kann sich trotz der durch Kern erzeugten Verstimmungen trotzdem auf den Rückhalt in der SPÖ verlassen. Sie hat im Prinzip auch nichts falsch gemacht. Es steht ihr als Parteichefin zu, dass sie ihr eigenes Team formt. Dieser Meinung ist sogar der von ihr abservierte Max Lercher.

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