THEMA
Naturende durch Energiewende

Strom ist eine hervorragende Energiequelle. Die Technik zur Erzeugung ist aber problematisch. Nicht nur im Bereich der Atomkraft, sondern auch im Bereich der sogenannten erneuerbaren Energie.
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  • Strom ist eine hervorragende Energiequelle. Die Technik zur Erzeugung ist aber problematisch. Nicht nur im Bereich der Atomkraft, sondern auch im Bereich der sogenannten erneuerbaren Energie.
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Mit dem „Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz“ (EAG) wurde leider auch der Startschuss für weiteren Raubbau an der Natur gesetzt. Warum Öko in vielen Fällen ganz und gar nicht Öko und Bio ganz und gar nicht Bio ist, sieht man oft erst bei näherer Betrachtung. Zum Beispiel bei der Wasserkraft und den damit verbundenen Eingriffen in die natürliche Dynamik von Fließgewässern. Diese sind unter anderem mit gravierenden Veränderungen dieses empfindlichen Ökosystems und negativen Auswirkungen auf die autochthone aquatische Tierwelt verbunden. Deshalb wird die Wasserkraft in letzter Zeit auch zurückhaltender genannt, wenn es um das Thema Ökostrom, was immer man darunter verstehen mag, geht. Denn die Energie mag „erneuerbar“ sein, die auf diese Weise ausgebeutete Natur ist es leider nicht. Darin liegt die Problematik von alternativen Stromerzeugungsmethoden, deren Nachteile ehrlicherweise auch öffentlich diskutiert werden müssen. Der WWF hat erst jüngst wieder darauf hingewiesen und in diesem Zusammenhang ein besonderes Auge auf „ökologisch wertvolle Flussstrecken“ gelegt. Es ist traurig genug, dass bereits in der Vergangenheit viele unserer ursprünglich schönen Flüsse in ein Korsett gezwängt wurden und nicht mehr frei fließen können. Als „verfehlt“ bezeichnet der österreichische WWF-Sprecher Karl Schellmann unter anderem vorhandene „Schlupflöcher“ im neuen Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz etwa bei Verbauungs-Projekten in Schutzgebieten und für Kleinwasserkraftanlagen. Letztere würden für wenig Stromausbeute kleine Bäche und Gerinne zerstören. Fischer und Fischrechtbesitzer können ein Lied davon singen. Auch Wissenschaftler weisen anhand von Fakten immer wieder auf den zerstörerischen Einfluss von Wasserkraftwerken (Ausleitungskraftwerke, mangelnde Restwassermengen, Verrohrungen, Querbauten, Stauraumspülungen, etc.) hin.

Auf diesem Auge erblindet

Grüne und andere selbsternannte Umwelt- und Artenschützer scheinen auf diesem Auge leider total erblindet zu sein, denn bereits jetzt sind viele unserer Flüsse und Bäche in einem schlechten ökologischen Zustand und beinahe fischleer. Ursachen dafür sind auch in der zunehmenden Population an Prädatoren wie Graureihern (Fischreihern), Kormoranen, Gänsesägern und vor allem Fischottern zu suchen. Auf diesem Auge wiederum scheint der WWF blind zu sein, der für eine Förderung der Fressfeinde eintritt. Ungeachtet dessen, dass die Summe vieler anderer negativer Faktoren unsere Fischbestände bereits dramatisch reduziert hat. Das Aussterben unserer heimischen Fischarten wird billigend in Kauf genommen, während keiner der genannten Prädatoren in Europa und darüber hinaus vom Aussterben bedroht ist.

Schaden nicht verschweigen

Negativ beeinflusst wird die Biodiversität in unseren Fließgewässern auch von vielen ineffizienten Kläranlagen, deren technische Standards nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprechen und deshalb ebenfalls zu wünschen übrig lassen.
Fakt ist, dass die Ausbeutung unserer Naturressourcen und die damit verbundenen Landschaftsveränderungen auf vielfältige Art und Weise vor sich gehen und oft erst eine Detailsicht die Probleme sichtbar macht. Diese negativen Auswirkungen gehören möglichst emotionslos, ehrlich und sachlich diskutiert. Nutzen und Schaden müssen gegeneinander aufgewogen werden. In keinem Fall darf über naturschädigende Einflüsse, die eine alternative Energiegewinnung im Bereich der sogenannten erneuerbaren Energie mit sich bringt, geschwiegen werden. Es erscheint kritischen Stimmen auch verantwortungslos, die Energiezukunft so stark auf elektrischem Strom aufzubauen, wie immer er auch gewonnen wird. Zudem wird damit auch der Pfad einer wünschenswerten und breiteren Technologieoffenheit in der Antriebstechnik verlassen. - Stichwort Elektromobilität. Kritiker dieser Entwicklung halten das für einen Irrweg. Die Elektromobilität sei nicht Teil der Lösung, sondern werde zum Teil des Problems. Mit noch mehr Stromverbrauch und Ressourcenraubbau werden die anstehenden Klima- und Umweltprobleme nicht zu lösen sein. Dadurch könnten sie vielleicht sogar noch verschärft werden. Hier werde ein Problem nur gegen ein anderes ausgetauscht, meinen Skeptiker. Das sei alles andere als zielführend. Zudem werde auch die Blackoutgefahr durch die aktuelle Entwicklung in der Stromgewinnung und beim Verbrauch immer größer. Vorschub leistet der weltweite Elektrohype wiederum dem Bau von weiteren Atomkraftwerken auch in unserer unmittelbaren Nachbarschaft. Das alles gibt zu denken.

Strom ist eine hervorragende Energiequelle. Die Technik zur Erzeugung ist aber problematisch. Nicht nur im Bereich der Atomkraft, sondern auch im Bereich der sogenannten erneuerbaren Energie.
Elektrischer Strom ist sensibel und störungsanfällig. Die Blackoutgefahr wird durch die aktuelle Entwicklung in der Stromgewinnung und beim Verbrauch immer größer.

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