S 36: "Das hat das Land verbockt"

Neben einem Berg von Akten zur S 36 - fein säuberlich geordnet - trifft Bürgermeister Eberhard Wallner seine Gesprächspartner. Das Thema Straße ist auch nach 20 Jahren aktueller denn je.

MZ: Herr Bürgermeister, sind Sie neidisch, wenn Sie zurzeit durch St. Georgen fahren. Dort ist die Unterflurtrasse quasi fertig?
Eberhard Wallner: Ich bin nicht neidisch. Eher dankbar, dass der Startschuss endlich erfolgt ist. Da kann man nur sagen: Gratulation an St. Georgen.

MZ: Die Unterflurtrasse in Unzmarkt wird sich verzögern - wie ist der aktuelle Stand?
Wallner: Es sieht so aus, dass sich das Projekt wieder verzögern wird. Die Marktgemeinde hat darauf keinen Einfluss, auch die Asfinag trifft keine Schuld. Das hat das Land verbockt. Die Enteignungsbescheide wurden zweimal aufgehoben.

MZ: Was können Sie jetzt noch tun?
Wallner: Ich habe mich zu Gesprächen bereiterklärt. Grundsätzlich ist es traurig, wenn man enteignen muss. Da muss man vorher eine Lösung suchen und finden. Wir werden weiterkämpfen. Durch eine Unterflurtrasse würde der Ort endlich zusammenwachsen.

MZ: Unzmarkt war nicht von der Fusion betroffen - sind Sie froh darüber?
Wallner: Wir haben uns nie dagegen gewehrt, sondern mit allen gesprochen und ein Konzept erstellt - daraus ist aber nichts geworden. Der Grund dafür ist, dass wir immer gut gewirtschaftet haben und nie einen Abgang hatten. Die Kooperation mit den 3G-Gemeinden wird aber intensiver. Die Ansiedelung der Firma Stenqvist war hier der größte Erfolg. Da möchte ich auch klarstellen: Das war keine Abwerbung. Stenqvist hat gesagt: entweder in St. Peter oder nicht mehr in Österreich.

MZ: Gibt es deshalb immer noch Spannungen mit Pöls?
Wallner: Das glaube ich nicht.

MZ: Welche Projekte sind in Unzmarkt geplant?
Wallner: Derzeit laufen Verhandlungen für ein neues Altstoffsammelzentrum - da wird aber eine größere Lösung bevorzugt. Lange gekämpft habe ich für die Umsetzung eines neuen Wohnhauses - das ist jetzt konkret. Wir werden sechs Wohneinheiten im Zentrum bauen. Außerdem stellen wir auf LED-Beleuchtung um und der Hauptplatz soll eine attraktive Gestaltung erhalten. Weiters ist ein gemeinsames Fest aller Vereine geplant.

MZ: Was gefällt Ihnen an Unzmarkt am besten?
Wallner: Wir haben ein tolles Vereinsleben, einen guten Zusammenhalt und sind wirtschaftlich sehr gut unterwegs. Wir sind eine lebenswerte Gemeinde.

MZ: Wo gibt es Aufholbedarf?
Wallner: Bei den Klein- und Mittelbetrieben. Davon träumt jeder.

MZ: Sie haben bei der Gemeinderatswahl ein super Ergebnis eingefahren, trotzdem haben die SP-Mandatare mehrheitlich nicht für Sie gestimmt - schmerzt das?
Wallner: Ich bin seit 13 Jahren im Amt. Das schmerzt nicht, aber es ist bedenklich, wenn man davor mehr Zusammenarbeit fordert.

MZ: Im Vorjahr wurde der Polizeiposten in Unzmarkt geschlossen - wie leben Sie damit?
Wallner: Das war eine politische Geschichte. Gut ist es nicht: Es dauert jetzt eine halbe Stunde, bis jemand da ist. Aber es gibt jetzt keine wilden Auswirkungen deshalb.

MZ: Unzmarkt hat noch keine Asylwerber - wird es dabei bleiben?
Wallner: Das Thema bereitet mir Kopfzerbrechen. Eigentlich müsste man Solidarität einfordern. Damit tue ich mir aber schwer, weil wir selbst keine Asylwerber haben. Die Gemeinde hat keine freien Plätze. Wenn ein Privater etwas machen will, habe ich kein Problem damit.

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