SPIELBERG
Verlust von 360 Arbeitsplätzen droht

Das Elektromotorenwerk ATB Spielberg sorgt einmal mehr für Schlagzeilen. Nach der jüngsten Hiobsbotschaft sollen dort 360 der 410 Beschäftigten gekündigt werden. Das Unternehmen hat Insolvenz angemeldet.
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  • Das Elektromotorenwerk ATB Spielberg sorgt einmal mehr für Schlagzeilen. Nach der jüngsten Hiobsbotschaft sollen dort 360 der 410 Beschäftigten gekündigt werden. Das Unternehmen hat Insolvenz angemeldet.
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Die ATB Spielberg sorgt für negative Schlagzeilen. 360 der 410 Beschäftigten sollen den „blauen Brief“ bekommen. Zudem wurde auch noch Insolvenz angemeldet.

Droht uns nach der Coronawelle nun auch eine Kündigungswelle? Die Zeichen dafür stehen jedenfalls auf Sturm und nicht nur Pessimisten meinen: „Die ATB Spielberg war erst der Anfang!“Wie erst kürzlich bekanntgeworden, gab der Elektromotorenhersteller in einer Aussendung bekannt, dass im Werk Spielberg 360 von 410 Stellen abgebaut werden sollen. Der langjährige BRV Michael Leitner bezeichnet dies als „Super-GAU“. Besonders sauer ist die Belegschaft darüber, dass das Ganze ohne Vorwarnung und vorherige Information der betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter passiert ist. Darüber zeigt sich auch der Betriebsratsvorsitzende verstimmt: „So eine Situation habe ich selbst auch noch nie erlebt“, sagte er im Gespräch mit der Murtaler Zeitung. Und das will schon etwas heißen, denn der Elektromotorenhersteller war über Jahrzehnte hinweg immer wieder ein „Wackelkandidat“. Leitner äußerte im Gespräch auch, dass Corona nun als Vorwand dienen soll. In Wirklichkeit sei es dem Betrieb auch davor schon nicht gut gegangen.
Die chinesische Wolong-Gruppe, zu der die ATB Spielberg seit 2011 gehört, will die Produktion dem Vernehmen nach „redimensionieren" und den Standort deutlich verkleinert weiterführen. Man habe in Spielberg quasi die „Notbremse“ gezogen. 50 bis 60 Personen sollen aber in den Bereichen Forschung & Entwicklung sowie Vertrieb und Logistik beschäftigt werden.

Reaktionen auf die Meldung

Während AMS-Chef Karl-Heinz Snobe von einer „echten Katastrophe für die Betroffenen“ spricht, fordert die KPÖ die Übernahme des Betriebes durch die ÖBAG (Österreichische Beteiligungs AG). Bestmögliche Unterstützung verspricht auch die neue AMS-Regionalstellenleiterin Sabine Gaßner. Ebenso Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, LH-Stv. Anton Lang, Sozial-Landesrätin Doris Kampus, Wirtschafts-Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl, Wirtschaftskammer-Präsident Josef Herk und AK-Präsident Josef Pesserl. Kraftvolle Unterstützung angekündigt hat auch der ÖVP-Wirtschaftsbund Murtal unter Obmann Norbert Steinwidder in Konkordanz mit der Initiative „Kraft. Das Murtal“ und deren Sprecher Klaus Rainer.Von den mit den Kündigungen verbundenen menschlichen Schicksalen besonders betroffen zeigt sich der Spielberger Bürgermeister Manfred Lenger, der die Vorgehensweise des Unternehmens gegenüber den Arbeitnehmern scharf kritisiert. Die Mitarbeiter hätten sich immer solidarisch mit den betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten gezeigt und es nicht verdient, jetzt auf diese Art und Weise abserviert zu werden.

Insolvenz angemeldet

Am Dienstag, 28. Juli 2020, hat die ATB Spielberg nun auch Insolvenz angemeldet, wie der Gläubigerschutzverband „Creditreform“ mitteilte. Demnach wurde ein Antrag für ein Sanierungsverfahren mit Eigenverantwortung beim Landesgericht Leoben gestellt. 800 Gläubiger und rund 400 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind von der ATB-Insolvenz betroffen.

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