Zellstoff Pöls
"Wir ruhen uns nicht aus"

Die Zellstoff Pöls hat mittlerweile über 500 Mitarbeiter.
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Zellstoff Pöls-CEO Andreas Rauscher über Wachstum, Nachhaltigkeit und eine Kläranlage, die für die Einwohnerzahl von Graz ausgelegt ist.

PÖLS-OBERKURZHEIM. Gleich zwei große Jubiläen werden heuer in der Zellstoff Pöls AG gefeiert. Die Ursprünge des Unternehmens reichen 320 Jahre bis 1700 zurück. Zudem gehört das Unternehmen seit 20 Jahren zur weltweit agierenden Heinzel Group. Der Standort in Pöls hat sich zum ökologischen und ökonomischen Vorzeigebetrieb entwickelt. Seit Juli 2018 ist Andreas Rauscher als CEO an Bord.

MZ: Die Zellstoff Pöls ist heute umwelttechnisch auf dem neuesten Stand. Wie hat sich das entwickelt?
Andreas Rauscher: Wir haben die Verfahren in diesem Bereich von Grund auf umgestellt und uns technologisch sowie von der Einstellung her weiterentwickelt. Das spielt heute eine große Rolle. Sonst wäre es ja nicht möglich, einen so gro-ßen Industriebetrieb mitten in einer Gemeinde zu führen. Wir wollen mit dem Verständnis der Bürger und im Einklang mit der Natur produzieren - es gibt keine Alternative dazu. Der Prozess ist eine ständige Entwicklung und wir wollen das immer weiter verbessern. Wir ruhen uns nicht aus.

MZ: Spielt die „Fridays for Future“-Bewegung der Zellstoff Pöls in die Hände?
Rauscher: Es findet weltweit ein Umdenken statt. Wir wollen den Weg auf vernünftige Art beschreiten. Man kann viel mit nachhaltigem Papier machen und ressourcenschonend arbeiten. Wir müssen alle vom Wegwerfen wegkommen. Die Bewegung sagt: Wir können nicht überall so weitermachen. Die Zellstoff Pöls hat Lösungen dafür. Es ist eine gute und richtige Entwicklung. Wir haben die Verantwortung für die nächste Generation.

MZ: Vergangene Woche wurde eine erneute Investition in der Höhe von 42 Millionen Euro bekannt gegeben - worum geht es dabei?
Rauscher: Wir haben eine kleine Erweiterung in der Zellstoff-Fabrik, damit können wir die Produktion auf über 500.000 Tonnen erhöhen und können zusätzlich ungebleichten Zellstoff herstellen. Das eröffnet uns ein weiteres Standbein. Wir arbeiten jetzt intensiv daran, haben ein Konzept entwickelt und sind mittlerweile in der Vorbereitungsphase.

MZ: Von der Heinzel Group wurde der Bau einer weiteren Papiermaschine in Aussicht gestellt.
Rauscher: Ja, der Zellstoffausbau ist die Voraussetzung für einen möglichen nächsten Schritt. Wir werden da einen spannenden Weg beschreiten und den Standort nachhaltig weiterentwickeln. Wir haben den Platz dafür und das ist ein Türöffner, mit dem wir uns natürlich beschäftigen. Man muss sich auf die Zukunft vorbereiten. Gleichzeitig muss man sagen: Wir haben ja zwei nagelneue Papiermaschinen, die haben eine Lebenszeit von vielen Jahrzehnten und wir sind damit ausgezeichnet gestartet.

MZ: Wie hat sich dadurch die Anzahl der Mitarbeiter verändert?
Rauscher: Wir haben für die neue Papiermaschine 60 neue Mitarbeiter aufgenommen, die mit modernsten Werkzeugen arbeiten. Für die jungen Leute ist das höchst spannend.

MZ: War es schwierig, diese Mitarbeiter in der Region zu finden?
Rauscher: Man findet Papiermacher nicht unbedingt auf der Straße. Wir haben das Personal selbst ausgebildet. Aber die Suche war relativ einfach. Wir hatten viermal so viele Bewerbungen. Es wurde aber auch viel dafür getan. Wir bieten spannende Arbeitsplätze mit Entwicklungsmöglichkeiten. Man kann bei uns sinnvoll und nachhaltig arbeiten und ein Produkt der Zukunft herstellen.

MZ: Wie sieht diese Nachhaltigkeit im Unternehmen aus?
Rauscher: Wir stellen unsere Produkte aus Resten der Säge-industrie und der Forstwirtschaft her. Zellstoff an sich ist schon ein nachhaltiges Produkt. Wir erzeugen gleichzeitig unsere eigene Energie, mit der wir unsere Produktion betreiben und die wir in Form von Bioenergie und Fernwärme ins Aichfeld schicken. Das Wasser, das wir zur Produktion verwenden, ist sauberer, wenn es den Betrieb wieder verlässt. Wir haben eine Kläranlage, die auf die Einwohnerzahl von Graz ausgelegt ist - das braucht man heutzutage in so einem Betrieb.

Das gesamte Interview gibt es in der aktuellen Ausgabe der Murtaler Zeitung.

Info

Die Zellstoff Pöls AG gehört zur weltweit agierenden Heinzel Group. Zuletzt wurde ein Jahresumsatz von rund 320 Millionen Euro (2018) erwirtschaftet. Mit rund 510 Mitarbeitern ist die Zellstoff Pöls einer der größten Arbeitgeber der Region.
Andreas Rauscher kommt aus Zeltweg und ist seit 1. Juli 2018 CEO (Chief Executive Officer) der Zellstoff Pöls AG. Gemeinsam mit Finanzvorstand Ingrid Gruber bildet er das Vorstandsteam der Zellstoff Pöls.
Termin: Zum Jubiläum lädt die Zellstoff Pöls AG heuer am 27. Juni zu einem Tag der offenen Tür ein.
Die Zellstoff Pöls hat mittlerweile über 500 Mitarbeiter.
Andreas Rauscher ist seit Juli 2018 CEO.
Autor:

Stefan Verderber aus Murtal

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