06.04.2017, 16:52 Uhr

Die kulinarische Welt liegt ihm zu Füßen

Stefan Leitner in Aktion. Foto: KK

Stefan Leitner aus Fohnsdorf wurde mit der "Goldenen Cloche" ausgezeichnet.

FOHNSDORF. Mit seiner Gattin Ivy, einer überaus sympathischen Chinesin, die in der Finanzbranche tätig ist, trifft man Stefan Leitner im Cafe des Wiener „Imperial“. Drei kurze Tage verbringt er in Österreich, ein Heimspiel in Fohnsdorf geht sich leider nicht aus. „Ich denke, das werden wir im Mai nachholen“, gibt sich der Exekutive Chef des elitären Hongkong-Clubs vorsichtig optimistisch.

Gewagt

Längeres Vorausplanen ist in seiner Branche ein eher gewagtes Unterfangen.
Stress? „Na ja“, so die Antwort. Irgendwie verständlich, wenn man täglich 120 Köche zu dirigieren hat, die in den sieben Restaurants des Hongkong-Clubs im „Peninsula“ werken und alles auf den Tisch zaubern, was in der internationalen Kulinarik Rang und Ansehen hat.

1.500 Mitglieder

„Von französischer Küche über British Comfort Food bis zur spanischen Tapa“, erzählt Leitner. Im Hongkong-Club mit seinen 1.500 Mitgliedern, der seit Jahrzehnten weltweit unter den zehn besten Clubs rangiert, ist nichts unmöglich: Spitzenbanker verkehren hier ebenso wie Wirtschaftsbosse und Politspitzen. „Es sind die oberen Zehntausend, die sich hier zusammenfinden“, erzählt Leitner.

Werdegang

Außergewöhnlich wie Stefan Leitners Werdegang kann da schon einmal die Speisenfolge sein, die Österreichs Köchen die Goldene Cloche wert war: „Da stehen schon einmal Rindsrouladen, Wiener Schnitzel oder Kärntner Kasnudeln auf dem Programm“, österreichische Küche also, die hohe Zustimmung findet.

Ausbildung

Anbrennen hat der gelernte Koch und Kellner noch nichts lassen. Auch nicht während seiner Ausbildung, die er ab 1998 in Didi Köck’s Heurigen in Großfeistritz erhielt. Mit dem „Impressario“ verbindet ihn heute noch ein herzliches Verhältnis: „Wenn wir uns leider auch selten sehen, dieses Schicksal teilt er mit meiner Familie“, bedauert Leitner, dessen Vater ein Feinkostgeschäft in Judenburg unterhält. Eine gehaltvolle Lehrzeit, erinnert er sich heute an seine Jahre in Großfeistritz, ehe ihn der Weg zu Reinhard Gerer – bekanntlich gebürtiger Zeltweger – ins „Corso“ als Jungkoch führte. Eine wichtige Station, so reflektiert Leitner, denn hier hatte er auch Leo Cernko kennengelernt.

Der Aufstieg

Später kam der große Sprung nach China. Zuerst der Aufbau eines Restaurants in der Millionenmetropole Sanya, eine Flugstunde südlich von Hongkong, dann der Einstieg bei „Peninsula“, das dem Fohnsdorfer 2015 den Job eines Exekutive Chefs schmackhaft machte. Direktionsebene also, die dem heute 34-Jährigen viel Auftrieb gegeben hat. Denn er weiß: Endstation ist hier noch lange nicht. Langzeitziel ist es, einmal die Position des General Managers zu erklimmen.

Zur Person

Stefan Leitner ist 34 Jahre alt und kommt aus Fohnsdorf.
Stationen als Koch: Didi´s Heuriger, Corso, Kloster Und Krems, Le Ciel Wien, Steirereck, Ritz-Carlton Moskau.
Jetzt: Exekutive Chef im Hongkong-Club „Peninsula“.
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