11.09.2014, 09:53 Uhr

Mobbing keine Chance geben

Mobbing beginnt meist schleichend, die Angriffe werden aber schnell heftiger. Foto: Bilderbox

Regionalmanagement schulte Jugendzentren für den Umgang mit Mobbing.

Ist die Schulzeit tatsächlich die schönste Zeit im Leben? Für viele Jugendliche hat der Schulbeginn einen fahlen Beigeschmack: Mobbingangriffe und Hänseleien beherrschen wieder den Alltag. Dass Mobbing auch regional ein heikles Thema ist, weiß das Regionalmanagement Obersteiermark West. Aus diesem Grund organisierte Jugendmanagerin Désirée Steinwidder pünktlich zu Schulbeginn eine Weiterbildung zum Thema „Mobbing und Mobbingbearbeitung“, die vor allem Multiplikatoren aus regionalen Jugendzentren fit im Umgang mit der Thematik machen soll. „Wir haben den Auftrag, solche Weiterbildungen in die Region zu holen. Ansonsten gibt es die hauptsächlich in Graz“, so Steinwidder.


Informativer Workshop

Zehn Personen aus insgesamt acht Jugendzentren der Bezirke Murtal und Murau haben am Informationsworkshop teilgenommen. Gemeinsam mit der steirischen Fachstelle „ARGE Jugend“ wurde erarbeitet, wie junge Mobbingopfer am bes-ten betreut und begleitet werden, praktische Lösungsvorschläge inklusive.
Doch wie kommt ein Jugendlicher im Anlassfall überhaupt zu rascher Hilfe? Der schnellste Weg führt über Schulsozialarbeiter und Vertrauenslehrer. Wer die Schule nicht mehr besucht, kann sich an ein Jugendzentrum wenden. „Mobbingfälle kommen aber vermehrt in Schulen vor. Zumindest merkt man es dort eher“, berichtet Steinwidder. Die Dunkelziffer an Mobbingangriffen sei relativ groß. „Vor allem Cyber-Mobbing kommt oft vor. Bilder werden aus dem Internet heruntergeladen, verfremdet und verbreitet.“
Die Idee für die Weiterbildung kam von den regionalen Jugendarbeitern, die mit diesem Anliegen zum Jugendmanagement gekommen sind. „Wenn es in der Region Bedarf an Fortbildungen zu einem Thema gibt, organisieren wir diese gerne“, sagt Steinwidder. So gibt es demnächst Informationsveranstaltungen zum Thema Jugendschutz sowie auch zur Förderung von Mädchen.

Mobbing ist überall ein Thema

Dass Mobbing auch in der Region ernst zu nehmen ist, beweisen ehrliche Gespräche mit betroffenen Personen.
Eine ehemalige Schülerin berichtet der Murtaler Zeitung von ihren Erfahrungen: „Als ich mit der Schule begonnen habe, war für ein paar Monate noch alles in Ordnung. Dann fingen die Täter an, mich bloßzustellen, mich auszugrenzen und mich im Unterricht und sogar vor den Lehrern zu beschimpfen.“
Die Folge: Nervenzusammenbrüche, Essstörungen und regelmäßige Besuche bei der Schulpsychologin. Diese versprach, die Schülerin zu unterstützen, doch die Hilfe kam scheinbar nie. „Die ganzen Jahre über hatte ich mich versteckt und es über mich ergehen lassen.“ Ihren Eltern und ihrem Freund habe sie sich nie anvertraut.
Erst mit Austritt aus der Schule hörte auch das Mobbing auf.
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Kleine Maus aus Murtal | 11.09.2014 | 19:47   Melden
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Kleine Maus aus Murtal | 11.09.2014 | 19:50   Melden
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