25.11.2016, 10:50 Uhr

Murtal: Asylwerber-Zahl rückläufig

Im Haus Murtal in Judenburg sind rund 80 Asylwerber untergebracht. Foto: Verderber

Viele Flüchtlinge ziehen in Ballungszentren, keine neuen Quartiere geplant.

MURTAL. Den Höchststand an Asylwerbern hat es in den Bezirken Murtal und Murau im Juni gegeben. Seitdem ist die Zahl stets rückläufig. Zum Vergleich: Vor einem halben Jahr gab es in der Region noch fast 1.200 Personen in Grundversorgung. Mittlerweile ist die Zahl auf knapp 950 geschrumpft.

Trend

Auch in den meisten Gemeinden bestätigt sich dieser Trend. In Knittelfeld gab es etwa ein Minus von 185 auf 149 Asylwerber. Das hat verschiedene Gründe: Einerseits scheinen jene, die ihren Asylstatus bereits erhalten haben, nicht mehr in dieser Statistik auf. Andererseits wandern viele aus dem Murtal ab. „Es ist momentan bemerkbar, dass viele weggezogen sind“, berichtet Bürgermeister Gerald Schmid.

Tendenz

Auch in der Gemeinde Fohnsdorf ist ein starker Rückgang bemerkbar: „Wir hatten in Spitzenzeiten 112, jetzt sind es nur noch knapp über 80“, sagt Bürgermeister Gernot Lobnig. Auch er bemerke eine Abwanderungstendenz in Ballungszentren, vor allem Graz und Wien. Das selbe Bild gibt es auch in Judenburg, wie Stadtchef Hannes Dolleschall erklärt: "Der Großteil zieht weg, wenn der Asylstatus bestätigt ist."

Hohe Abgänge

Auch im Bezirk Murau ist die Zahl an Asylwerbern geschrumpft. Um rund 60 Personen sind es aktuell weniger als im Juni. Die größten Abgänge wurden in Neumarkt (von 92 auf 74) und St. Peter am Kammersberg (von 58 auf 40) verzeichnet. Auch in Murau ist die offizielle Zahl von 36 auf 23 gesunken. „Erst Dienstag sind weitere drei weggegangen“, korrigiert Bürgermeister Thomas Kalcher. 20 Personen sind damit noch in Grundversorgung. Woher der Rückgang kommt? Es wurden auch Flüchtlinge aus Ländern, in denen keine Kriegszustände herrschen, untergebracht. Einige seien deshalb durch das „Dublin-Verfahren“ in das zuständige Einreiseland zurückgebracht worden.

Programm

Beim Land Steiermark bestätigt man die Eindrücke: „Es gibt derzeit deutlich weniger Fälle, deshalb sind die Zahlen rückläufig und es werden auch keine neuen Quartiere aufgemacht.“ Stattdessen setzt man auf Qualitätsverbesserungen bei den bestehenden. Diese Woche wurde das Arbeitsprogramm Integration vorgestellt. Das ist ein Maßnahmenpaket für gezielte Integration.

Die exakten Zahlen gibt es in der aktuellen Murtaler Zeitung.
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