18.01.2018, 14:31 Uhr

Die Suche nach der Schulbus-Lösung

Viele Teilnehmer bei der Krisensitzung in Obdach. Foto: Verderber

Alle Parteien unterstützen Elterninitiative aus Obdach.

OBDACH. „Unzumutbar.“ „Sicherheitsrisiko.“ „Das kann so nicht weitergehen!“ Das sind nur einige der Wortmeldungen einer heftigen Krisensitzung zur Schulbus-Problematik am vergangenen Montag in Obdach.

Aufschrei

„Es hat einen Aufschrei in der Gemeinde gegeben, nun geht eine Welle durch die Steiermark“, ortet Bürgermeister Peter Bacher Unterstützung aus mehreren Teilen des Landes im Kampf gegen ein uraltes Beförderungsgesetz. An seine Seite holte er sich für die Besprechung betroffene Schüler, deren Eltern, die Schuldirektoren Otto Scheucher (Bafep Judenburg), Johann Mischlinger (BG/BRG Judenburg) und Arno Martetschläger (HTL Zeltweg) sowie die drei Abgeordneten Gabi Kolar (SPÖ), Liane Moitzi (FPÖ) und Hermann Hartleb (ÖVP). ÖBB-Regionalmanager Alfred Loidl musste zur Verteidigung ausrücken.

Gesetzesänderung

Das erklärte Ziel ist eine Änderung des Beförderungsgesetzes aus dem Jahr 1967, das immer mehr zu einem Sicherheitsrisiko für die Kinder wird. Zudem soll es eine Zwischenlösung für über 180 Schüler aus Kärnten und dem Obdacherland geben, die tagtäglich in heillos überfüllten Bussen in Richtung Judenburg unterwegs sind. Für die wenigsten von ihnen stehen dabei Sitzplätze zur Verfügung. „Ich möchte nicht wissen, was da bei einer Vollbremsung passiert“, stellte Hartleb in den Raum.

Verbesserung

Seitens der ÖBB wurde bereits im vergangenen Jahr eine Verbesserung mit der Fahrplanänderung in Aussicht gestellt, die so offenbar nicht eingetroffen ist. „Der neue Plan hat das Ganze nur noch schlimmer gemacht. Ich musste meine Tochter von der Nachmittagsbetreuung abmelden“, berichtete eine betroffene Mutter.

Viele Probleme

Neben der Situation in den überfüllten Bussen wurden auch lange Wartezeiten und mangelnde Kommunikation kritisiert. „Sowohl Fahrplan als auch Kommunikation sind Sache des Auftraggebers“, erklärte Alfred Loidl. Auftraggeber seien in diesem Fall Verkehrsverbund und Land Steiermark.

Forderung

Der Bürgermeister forderte einen zweiten Bus in der Früh und nach 13 Uhr als Zwischenlösung für die betroffenen Kinder. „Es gibt nur eine gewisse Anzahl an Bussen, damit müssen wir auskommen“, erwiderte Loidl. Die Sicherheit sei auch den ÖBB wichtig, deshalb werde man sich um Lösungen bemühen.

Auf Schiene

Auf Schiene gebracht wurde eine solche bereits am Dienstag im Landtag. Ein Antrag zur Änderung des Zählsystems wurde einstimmig angenommen und wandert somit zum Bund, der rechtlich zuständig ist. Auch von Neo-Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) gibt es bereits positive Signale: „Ich habe bereits mit ihm darüber gesprochen. Er möchte das ändern - das ist ihm ein großes Anliegen“, berichtete seine Parteikollegin Liane Moitzi und stellte gleich klar: „Das geht allerdings nicht von heute auf morgen".


Bereitschaft

Der Ortschef freut sich über diese überparteiliche Allianz, sieht aber wenig Lösungsbereitschaft bei den ÖBB. „Wir werden jedenfalls nicht nachlassen und gemeinsam können wir da sicher etwas bewegen“, hofft Bacher.

Mehr dazu in der aktuellen Murtaler Zeitung

Zur Vorgeschichte: Eltern sorgen sich um Sicherheit im Schulbus
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.