10.11.2017, 11:52 Uhr

Eltern sorgen sich um Sicherheit im Schulbus

Viele Kinder haben keinen Sitzplatz im Schulbus. Symbolbild: Fotolia

Lösungen für überfüllten Schulbus von Obdach nach Judenburg gesucht.

OBDACH. „Das Problem gibt es schon seit Jahren, jetzt hat sich die Lage zugespitzt“, berichtet Obdachs Bürgermeister Peter Bacher (ÖVP). Die Rede ist davon, dass täglich über 180 Kinder aus Obdach und den angrenzenden Kärntner Gemeinden nach Judenburg in die Schule wollen. Dafür stehen zwei Postbusse mit einer Kapazität von insgesamt rund 120 Sitzplätzen bereit. Das wiederum führt einerseits zum Gedränge beim Einsteigen und andererseits dazu, dass viele Kinder im Bus stehen müssen.

Kurios

Elternvertreterin Sabine Knoll berichtet von kuriosen Situationen: „Einige Kinder wollen nicht frühstücken, aus Angst, dass es ihnen im Bus schlecht wird.“ Außerdem würden einige Eltern ihre Kinder zu einer früheren Haltestelle bringen, damit sie einen Sitzplatz ergattern können.

Vorschläge

Bei der ÖBB als Busbetreiber verweist man darauf, dass sich alles im gesetzlichen Rahmen bewegt. „Ich bedauere das zutiefst, es geht um das Wohl der Kinder. Aber auch uns sind dabei die Hände gebunden“, sagt ÖBB-Pressesprecher Herbert Hofer und verweist auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Gleichzeitig sei man auch bemüht, Lösungen für die missliche Lage zu bieten. So habe man der Gemeinde angeboten, einen zusätzlichen Kleinbus für den Kurs anzubieten und einen Teil der Kosten dafür zu übernehmen. Außerdem seien mit dem nächsten Fahrplanwechsel im Dezember ohnehin weitere Verbesserungen geplant: Ein größerer Bus soll dann von Obdach nach Judenburg fahren und es wird Zeitanpassungen geben.

Kosten

„Der große Wurf ist das nicht, aber ich bin froh, wenn etwas passiert“, sagt der Bürgermeister. Die Gemeinde sei auch bereit, einen Anteil der Kosten zu übernehmen, sollten die Maßnahmen nicht ausreichen. Bacher: „Diese werden wir aber vom Land zurückfordern.“ Die Aussichten auf Erfolg sind dabei endenwollend. Aus dem Büro des zuständigen Landesrates Anton Lang (SPÖ) heißt es: „Jetzt wäre eigentlich die Gemeinde am Zug.“

Forderung

Direktor Johann Mischlinger vom BG/BRG Judenburg, der ebenfalls mit dem Problem konfrontiert wurde, erklärt: „Da ist die Politik gefordert, das Gesetz anzupassen - das ist total veraltet.“ In Obdach fühlt man sich dagegen als "Bürger zweiter Klasse". "Beim öffentlichen Verkehr gibt es eine massive Benachteiligung des ländlichen Raumes", bedauert Bacher.

Mehr dazu in der aktuellen Ausgabe der Murtaler Zeitung
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