08.03.2018, 15:06 Uhr

Weltfrauentag 2018: Aus der Sicht eines Mannes

Frauen wollen ein freies, selbstbestimmtes Leben führen. Leider sieht die Realität weltweit noch anders aus. Fotos: MEV

Warum gerade Männer den Frauen helfen müssen, ein ebenso selbstbestimmtes und freies Leben zu führen wie sie selbst, liegt auf der Hand: Ein Großteil der physischen und psychischen Gewalt gegen Frauen geht von Männern aus. Diese Tatsache ist eine Schande für das "starke Geschlecht".

Am heutigen 8. März gilt den Frauen im Zuge des internationalen Frauentages wieder besondere Aufmerksamkeit. Frauen sind im 21. Jahrhundert leider immer noch weit von einer wirklichen Gleichberechtigung entfernt. Ob eine totale Gleichstellung mit Männern wirklich im Interesse aller Frauen ist, bezweifle ich allerdings. Die zahlreichen Initiativen und Kämpfe um Frauenrechte zeigen, wie unterschiedlich die berechtigten Wünsche und Ansprüche von Frauen sind. In Österreich und darüber hinaus auch im gesamten mitteleuropäischen Raum haben Frauen heute natürlich einen ganz anderen Stellenwert und andere Probleme, Forderungen und Wünsche als zum Beispiel in Afrika, in orientalischen Ländern oder in Asien. Was dort nach wie vor mit Kindern, jungen Mädchen und erwachsenen Frauen aufgeführt wird, ist geradezu haarsträubend. Man fühlt sich ins tiefste Mittelalter zurückversetzt. Weibliche Genitalverstümmelungen, mittelalterliche Bekleidungsvorschriften, religiöser Druck, Vergewaltigungen und drakonische Bestrafungen bei vermeintlichem „Fehlverhalten“ von Frauen bis hin zur Ermordung vor dem Hintergrund völlig obsoleter Moralvorstellungen und Traditionen werden in einigen dieser "Kulturkreise" nach wie vor praktiziert. Und die ganze Welt schaut hilflos zu, wie Millionen von Frauen ein Leben lang drangsaliert und gefoltert werden. Die Täter kommen meistens auch noch straffrei davon. All das ist abscheulich und aufs Schärfste zu verurteilen. Vor allem jene,  die meinen, sie hätten als Männer ein Recht dazu, Frauen zu quälen, zu schlagen oder gar zu ermorden, gehören dafür hart bestraft und gesellschaftlich geächtet. Leider werden auch in Mitteleuropa wieder vermehrt längst überwunden geglaubte Unsitten registriert. Dem ist von der Politik mit aller Macht Einhalt zu gebieten. Es kann nicht sein, dass sich Frauen auch hier bei uns fürchten müssen, nur weil sie Frauen sind und einige Männer damit nicht klarkommen, dass sich Frauen ebenso frei und ungeniert bewegen wollen wie sie selbst. Hiermit sind vor allem Männer aufgerufen, den eigentlich selbstverständlichen Wunsch von Frauen nach einem selbstbestimmten und uneingeschränkten Leben zu unterstützen.
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