09.11.2017, 10:12 Uhr

Meinung: Auch Rinder sind oft arme Schweine

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Fleischproduzenten sind hart. Unter besonders kritischer Beobachtung stehen die Schweinebauern. Aber auch die Produzenten von Rindfleisch und Geflügel sind einem Billigpreisdruck ausgesetzt, für den eigentlich wir Konsumenten verantwortlich sind. Fleisch soll möglichst oft und so billig wie möglich auf den Tisch. Alles andere ist wurscht. Dass es sich beim Schnitzerl im Angebot um Fleisch von fühlenden Lebewesen handelt, wird beim Einkaufen an der Fleischtheke ausgeblendet. Die Masse verlangt nach Masse, die Nachfrage regelt das Angebot. Nachgefragt ist vor allem billiges Fleisch. Das ist die eigentliche Ursache für so manche Schweinerei im Umgang mit Nutztieren. Bauern, die sich um eine artgerechte Tierhaltung und eine für die Tiere möglichst stress- und angstfreie Schlachtung bemühen, stehen nicht selten vor bürokratischen und gesetzlichen Hindernissen und Auflagen, die ihnen ein profitables Wirtschaften unmöglich machen. Trotzdem gibt es nach wie vor sehr viele beherzte Landwirte, die im Vergleich zu ihren Mitbewerbern am internationalen Fleischmarkt jetzt schon höchste Standards erfüllen. - Ja, es ist ein Skandal, wie manche Nutztiere ihr kurzes Leben fristen müssen. Ein noch größerer Skandal ist aber das Verhalten von Konsumenten, die sich darüber aufregen, während sie ihre „fleischlichen Gelüste“ mit Billigfleisch befriedigen. Der Weinskandal hat ein Umdenken von Erzeugern und Konsumenten bewirkt. Was beim Wein möglich war, sollte auch beim Fleisch möglich werden. Zum Wohle von Mensch und Tier.
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