Glashütte: Der Neubauer Punk unter den Glasbläsern

Robert Complojs Werke werden in die ganze Welt exportiert.
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  • Robert Complojs Werke werden in die ganze Welt exportiert.
  • Foto: Comploj/Glashütte
  • hochgeladen von Andrea Hörtenhuber

NEUBAU. Glasbläser lautet die korrekte Bezeichnung für seinen Berufsstand. Doch beim Betreten des schicken Ladens in der Westbahnstraße 18 wird einem schnell klar, dass Robert Comploj mit seinen Unikaten eine Kunstform geschaffen hat, die ihresgleichen sucht.
Alles nahm 2001 in der Glasfachschule Kramsach seinen Anfang, wo der 36-jährige Tiroler das jahrhundertealte Traditionshandwerk der Glasbläserei erlernte.

Es folgten Jahre der Weiterbildung in Meisterklassen und durch Kurse während seiner Reisen in Europa und Nordamerika. Die künstlerische Gestaltung seiner Werke eignete er sich bei den Großen dieser Welt, den Glasmeistern von Murano, an. Die alten venezianischen Techniken verbunden mit skandinavischen Designeinflüssen sind unverkennbar. „Bizarre Formen, funkelnde Farben, fast schon ein wenig punkig", erklärt Comploj.

1.200 Grad heiße Öfen

Sein Geschäft ist zugleich Galerie, Atelier, Werkstatt und Verkaufsraum: Der in kühlem Weiß gehaltene Showroom bringt die farbigen Werkstücke richtig zur Geltung. Im angrenzenden Raum ist die Werkstatt. Ein Hitzeschwall schlägt einem aus den 1.200 Grad heißen Brennöfen entgegen, in denen flüssiges Glas auf seine Verarbeitung wartet.

Kunstvoll wickelt Comploj die glutrote Masse auf eine der Glaspfeifen und beginnt mit dem Glasblasen. Es wird geformt, gekühlt und wieder erhitzt, um schließlich eines seiner Kunstwerke entstehen zu lassen. Das Endergebnis platziert er dann für rund zwölf Stunden in einem 500 Grad heißen Abkühlofen, um sicher zu sein, dass keine Risse und Bläschen entstehen.

Auftragsarbeiten, aber auch von Comploj designte Werke werden in die ganze Welt exportiert. „Die Nachfrage ist groß. Schließlich handelt es sich um Kunst, die aus einem fast ausgestorbenen Gewerbe entstanden ist.“

Teil der Design Week

Wen die Glasbläserei interessiert, der kann bei Comploj eigene Kurse besuchen. Mehr dazu erfährt man auf einer Veranstaltung am 2. Oktober im Zuge der Vienna Design Week. „Danach ist es Zeit, sich der vorweihnachtlichen Stimmung zu widmen, Christbaumkugeln der besonderen Art herzustellen und ein Lächeln auf die Gesichter der Menschen zu zaubern“, so Comploj.

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