Auf den Spuren der Slowakei in Wien: Folklore trifft Discofieber

Michaela Hudecová Königshofer in ihrer Designerwerkstatt Schnittbogen.
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WIEN. Die Slowaken sind die kleinste staatlich anerkannte Volksgruppe in Wien. Ihre Spuren muss man schon ein bisschen suchen. Die bz hat sich der Herausforderung gestellt und ist fündig geworden.

"Mein Name ist Mischa. Das heißt auf Slowakisch Mäuschen", stellt sich Michaela Hudecová Königshofer vor. Ein Mäuschen ist die extrovertierte Slowakin sicher nicht. Strahlend präsentiert die Unternehmerin ihre Arbeitswerkstätte für Designer namens "Schnittbogen", mit der sie nicht nur heimischen Modeschöpfern einen Arbeitsort bietet, sondern auch slowakischen Werkstätten den Einstieg in den österreichischen Markt erleichtert.

Slowakische Cola kosten

Den Bezug zur Heimat hat sie trotz 22 Jahren in Wien nicht verloren, schließlich sind Wien und Bratislava die zwei nächstgelegenen Hauptstädte Europas. Bei Gusto nach slowakischen Spezialitäten liegt es daher nahe, einfach eine Stunde nach Hause zu fahren. Tipps für einen slowakischen Tag in Wien hat sie dennoch genug. Am Brunnenmarkt findet man den beliebten salzigen Schafmilchkäse „Bryndza” und im sympathischen Restaurant Garage01 gibt es "Kofola" – eine Variante von Cola, die Hudecová Königshofers Augen zum Glänzen bringt: "Slowaken und Tschechen lieben Kofola. Aber sonst schmeckt es kaum jemandem."

Kultur für Groß und Klein

Für einen kulturellen Einblick in die Slowakei legt sie uns die Kindervolkstanzgruppe "Rozmarin" ans Herz. Geprobt wird jeden Mittwochnachmittag und die Ergebnisse können sich sehen lassen. Die, laut Leiterin Helena Steiner, einzige Volkstanzgruppe für Kinder in Wien, ist sogar beim Life Ball aufgetreten. Die musikalische Begleitung kommt von Frau Steiners Sohn, der das Nationalinstrument "Fujara", eine große Schnabelflöte, spielen kann. "Ich liebe diesen besonderen Klang", schwärmt Hudecová Königshofer. Den Erwachsenen rät sie währenddessen einen Abstecher ins Slowakische Institut, wo es ab 12. April eine Ausstellung von Milan Laluha, einem der markantesten zeitgenössischen slowakischen Maler und Grafiker, gibt.

Teignockerl und Tanz

Bei der Auswahl fürs Abendessen tut sich die Schwierigkeit auf, was denn nun tschechisch und was slowakisch ist, schließlich vereint beide Länder die böhmische Küche. "Meiner Meinung nach ist ja gebackener Käse mit Sauce tartare das slowakische Nationalgericht", lacht Hudecová Königshofer. "Das hat schon mein Vater als Student gegessen und das gibt’s in jedem slowakischen Restaurant."
Ganz oben auf der Speisekarte steht offiziell natürlich etwas anderes. Im Restaurant Pressburg sind das ganz klassisch die "Bryndzové halušky", also Brimsennockerl aus Kartoffelteig. "Mit viel, viel Speck obendrauf!", betont Hudecová Königshofer. "Und zur Nachspeise unbedingt die Dolky probieren!", eine Art Germpalatschinken mit Powidlmarmelade.

Zum Kalorienabbau kann man sich abschließend ins Tanzcafe Räuberhöhle wagen, wo samstags auch zu slowakischer Musik getanzt wird. Michaela Hudecová Königshofer ist auf der Tanzfläche vorne dabei.

Auf einen Blick: Die Slowakei in Wien

Schnittbogen
6., Gumpendorfer Stadtbahnbogen 3–4
www.schnittbogen.at

Garage01
3., Radetzkyplatz
www.garage01.at

Rozmarin
Kinder- und Jugendfolkloretanzgruppe
jeden Mittwoch 16.30–19 Uhr
3., Sebastianplatz 3
www.rozmarin.at

Slowakisches Institut in Wien

ab 12. April Ausstellung von Milan Laluha
1., Wipplingerstraße 24–26
www.mzv.sk/web/sivieden-de

Restaurant Pressburg
11., Simmeringer Hauptstraße 96a
Mo.–Fr. 9–19 Uhr, Sa. 9–15 Uhr
Tel.: 01/743 31 81

Tanzcafe Räuberhöhle
10., Herzgasse 80
Mo.–Sa. 18–04 Uhr
Tel.: 01/908 15 85

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