Auszeichnung für Fleischerei

Innovationspreis für „Auf Achse 2010“ – ein Projekt im Zeichen der Toleranz, Fremdenfreundlichkeit und Integration.
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  • Innovationspreis für „Auf Achse 2010“ – ein Projekt im Zeichen der Toleranz, Fremdenfreundlichkeit und Integration.
  • Foto: Derya Schubert
  • hochgeladen von Sabine Ivankovits

Der Name führt ein wenig in die Irre, doch in der Fleischerei werden keine Tiere geschlachtet und zu Wurst verarbeitet, in der Kirchengasse entstehen vielmehr tolle Projekte.

Eine dieser Veranstaltungen ist „Auf Achse 2010: Alle kommen zu uns“, mit der das Projekt Theater Studio Fleischerei den Innovationspreis 2010 in der Kategorie „Internationaler Austausch“ gewonnen hat. Vergeben wird die Auszeichnung von der IG Kultur Wien.

„Wir freuen uns sehr über diesen Community-Preis, der als Anerkennung für unsere Arbeit zu sehen ist – auch wenn es kein ‚Nestroy‘ ist“, so Eva Brenner, die künstlerische Leiterin der Fleischerei. Sie hat das Projekt bereits im Jahr 2008 ins Leben gerufen und das Konzept erstellt.

„Zerfleischung“ von Kulturbetrieben
Das Projekt Theater Studio in der Kirchengasse 44 gibt es seit dem Jahr 2004. Auch wenn davor in dem Lokal neben einer Kolonialwarenhandlung, einer Vinothek und einem Café auch ein Fleischhauer untergebracht war, leitet sich der Name nicht davon ab: „Die Fleischerei ist als ironische Antwort auf die Kulturreform entstanden, sinngemäß als ‚Zerfleischung von Kulturkleinbetrieben‘. Seit damals wurden 40 bis 50 Prozent der Szene abgeschafft. Auch wir sind eigentlich nicht mehr kulturförderungswürdig. Aber wir haben immer wieder um Förderungen gekämpft“, so Brenner. „Für Projekte wie das unsere wurde dann im Jahr 2005 von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny die Standardförderung ins Leben gerufen, weil man diese Kulturförderungsunwürdigkeit nicht mehr rückgängig machen konnte. Diese
Förderung ist bezirksgebunden, der Bezirkskultur soll damit
geholfen werden.“

Bezirksübergreifend
In den Jahren 2008 und 2009 fand das mit dem Preis bedachte Projekt auch nur in Neubau statt, heuer wanderten die Akteure auch in den 16. Bezirk. „Nächstes Jahr wird es eine Fortsetzung geben, da planen wir auch, in einen Peripheriebezirk zu gehen, entweder Floridsdorf oder Ottakring – quasi von der Innenstadt an den Stadtrand“, so Brenner. Der Fokus wird auf dem Thema Frauen liegen.

Zusammenarbeit mit Asylanten
Für „Auf Achse 2010“ wurden etwa 30 bis 40 Personen eingesetzt. „Das Projekt ist langsam gewachsen. Nachdem die Förderungen nicht sehr hoch sind,
haben wir uns überlegt, mit NGOs und Migranten sowie Asylwerbern zusammen zu arbeiten. Damit leisten wir auch politische Arbeit, so wie auch SOHO Ottakring. Es ist auffällig, dass im 16. Bezirk das Wahlergebnis nicht so rechtslastig ausgefallen ist wie in anderen Bezirken. Das hat sicher damit zu tun“, ist Brenner überzeugt. „Das gesamte Projekt hat maximal 15.000 Euro gekostet, die ich im gesamten Team umverteilt habe. Doch Asylanten darf ich nur die Fahrtspesen ersetzen. Hier ist die Politik gefordert!“
Wer Näheres zum Projekt wissen möchte, findet Infos unter:
www.experimentaltheater.com

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