Bus 13A: Wiener Linien wollen Neubaugasse nicht mehr anfahren

Karl Hintermayer (3.v.r.) hat seine Unterstützer für die Übergabe zusammengetrommelt.
  • Karl Hintermayer (3.v.r.) hat seine Unterstützer für die Übergabe zusammengetrommelt.
  • Foto: Schuster
  • hochgeladen von Andrea Hörtenhuber

NEUBAU. So viel Action wie Dienstag Früh gab es bisher wohl nur selten vor der MA 62, dem zuständigen Magistrat für Wahlen und Rechtsangelegenheiten: Samt auffälligen rot-weißen Plakaten hatten sich in der Lerchenfelder Straße 25 Neubauerinnen und Neubauer positioniert. "Drüberfahren der Wiener Linien gefährdet unsere Sicherheit!" und "Ja zur erprobten Alternative Stiftgasse ohne Umbauten und Kosten!" prangte auf den Schildern.

Grund für den Auflauf: die Übergabe der 2.500 Unterschriften, die gegen die geplante doppelte Führung der Linie 13A durch die Neubaugasse gesammelt wurden. Aufgrund des U-Bahn-Baus und Arbeiten in der Kirchengasse braucht der 13A nämlich eine neue Route. Wunsch der Wiener Linien: in beide Richtungen durch die Neubaugasse. Schlagend soll das ab Mitte 2019 werden.

"Es ist jetzt schon so ein Chaos"

Karl Hintermayer von den Kaufleuten am Neubau hat das braune Paket samt Petition mit der Aufschrift "Bitte nicht gegen die Einbahn" fest im Griff. Ende Februar hatte er die Unterschriftenaktion gestartet. "Es ist jetzt schon so ein Chaos auf der Neubaugasse. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass das funktioniert, wenn der 13A auch in die Gegenrichtung fährt." Die weitere Befürchtung: keine Schanigärten mehr, weniger Parkplätze.

Rainer Trefelik, Handel-Spartenobmann der Wirtschaftskammer, pflichtet ihm bei: "Es ist Irrsinn, mitten durch die sich am besten entwickelte Einkaufsstraße der vergangenen Jahre zu fahren. Wenn man sich das ausrechnet: Zwischen 6 Uhr und 9.30 Uhr wären das 99 Busse – des geht sich einfach nicht aus."

Die geforderte Alternativ-Route wäre jene durch die Stiftgasse: "Bei der doppelten Führung wären 250 Unternehmer in der Neubaugasse betroffen – in der Stiftgasse wären es nur 24. Diese Gesamtrelation muss man hier beachten und Alternativen prüfen", fordert Treflik. "Die Neubaugasse ist 15 Meter breit, die Stiftgasse ist 35 Meter breit. Die müsste nicht großartig umgebaut werden, das kostet quasi nix", fügt ein weiterer protestierende Anrainer hinzu. "Und die Anbindung der unteren Mariahilfer Straße wäre auch durch die Stiftgasse besser", so Treflik weiter.

Auch Bezirkschef Markus Reiter (Grüne) ist gegen die doppelte Führung durch die Neubaugasse: "Zur aktuellen Lösung gibt es ein klares Nein von meiner Seite. Es geht hier nicht nur um die Fahrgäste, sondern auch um Anrainer, 10.000 Passanten pro Tag oder auch Schulkinder der Kooperativen Mittelschule in der Neubaugasse. Und wir haben dort auch noch das Theater der Jugend."

Wiener Linien prüfen geteilte Route in 13A und 13B

Gegen die Stiftgassen-Pläne der Unternehmer und des Bezirks stellen sich jedoch die Wiener Linien – und zwar vehement. Schlechtere Anbindung an die U3 und mehr Baustellenverkehr würden gegen die Stiftgasse sprechen. Aktuelle Entwicklung: entweder die doppelte Führung – oder gar keine durch die Neubaugasse. Die Teilung der Linie in 13A und 13B wird derzeit nämlich geprüft: "Auch wenn das niemand ernsthaft haben will", heißt es von Seiten der Wiener Linien. Der 13A würde dann bis zur Mariahilfer Straße fahren und dort wenden, der 13B wieder von der Westbahnstraße aus weiterfahren.

"Eine Neubaugasse ohne 13A wäre für Pendler, Anrainer und Wirtschaftstreibende eine Katastrophe", warnt Stefan Magometschnigg von den Neos am Neubau. "Vorschläge der Wiener Linien gibt es ja täglich neue, aus unserer Sicht und auch aus Sicht der Bezirksvorstehung alle unausgereift und so sicher nicht durchführbar. Die Idee mit der Teilung des 13A wird von uns nicht unterstützt. Wir sehen die erprobte Ausweichroute durch die Stiftgasse als einzig vernünftige und kostengünstige Alternative", so auch Hintermayer.

Eine Lösung will man von Seiten der Wiener Linien "so schnell wie möglich finden, am besten noch in den nächsten Wochen", heißt es von dort. Von Seiten des Bezirks will man weiter rigoros bleiben: Daraus resultierende Verzögerungen in Sachen Baubeginn sieht Reiter nämlich gelassen. "Daran sind dann die Verantwortlichen des U-Bahn-Baus Schuld, sicher nicht der Bezirk." Zur geteilten Strecke meint der Bezirksvorsteher: "Eine absurde Drohung der Wiener Linien, um uns weiter unter Druck zu setzen." Der nächste Gesprächstermin von Bezirk und Wiener Linien ist derzeit für Ende Juni geplant. Sicher ist daher wohl bisher nur eines: Ohne Einigung bleibt der 13A auf der Strecke.

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Was sagen Sie zum Thema? Soll der 13A künftig in beide Richtungen über die Neubaugasse fahren? Welche alternative Route könnten Sie sich vorstellen? Kommentieren Sie direkt unter dem Beitrag oder schicken Sie uns Leserbriefe per Mail an neubau.red@bezirkszeitung.at oder per Post an bz Neubau, Weyringergasse 35/3, 1040 Wien.

Hintergrund:

Bericht:So soll der 13A in beiden Richtungen durch die Neubaugasse fahren
Bericht: Veto gegen doppelte 13A-Route für Neubaugasse

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