Blick hinter die Kulissen in den Ateliers im siebten Bezirk
Die Neubauer Highlights bei den Tagen des Kunstwerks

Johanna Arbeithubers Leidenschaft sind Zwirnknöpfe. Ihre Manufaktur befindet sich in der Spittelberggasse 11.
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  • Johanna Arbeithubers Leidenschaft sind Zwirnknöpfe. Ihre Manufaktur befindet sich in der Spittelberggasse 11.
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Spannende Besuche: Bei den Tagen des Kunsthandwerks kann man unter anderem einen Blick in die Zwirnknopf-Manufaktur am Spittelberg werfen.

NEUBAU. "Erst der richtige Knopf vollendet das Kleidungsstück: Er macht aus einer einfachen Bluse ein exquisites Designerstück." Johanna Arbeithuber bringt ihre Leidenschaft auf den Punkt. In ihrer Zwirnknopf-Manufaktur in der Spittelberggasse 11 fertigt sie die kleinen Kostbarkeiten, aufwendig gearbeitet aus farbiger Seide und Gold- und Silberfäden.

Wer Arbeithuber über die Schulter schauen möchte, kann dies bei den "Europäischen Tagen des Kunsthandwerks" ab 4. April: Zahlreiche Wiener Kunsthandwerker öffnen dabei ihre Ateliers bei freiem Eintritt. Dieses Jahr liegt der Fokus auf Mode und Bekleidungstechnik.

Je mehr Knöpfe, desto reicher

Die Leidenschaft für Knöpfe liegt Arbeithuber quasi in den Genen. "Meine Oma war Näherin und hat auch Zwirnknöpfe hergestellt. Das habe ich aber erst viel später erfahren", so Arbeithuber. Heute näht sie viele ihrer Knöpfe für Trachten, aber auch an anderen Kleidungsstücken sind sie beliebt, zum Beispiel etwa als edles Beiwerk für feine Herrenanzüge.

Viele kennen Zwirnknöpfe wohl aus der Kindheit, als sie vor allem am Bettzeug angebracht waren. "Seitdem es aber die billigeren Kunststoffknöpfe und Reißverschlüsse dafür gibt, werden sie nicht mehr verwendet", erklärt Arbeithuber. Sie stellt wieder Zwirnknöpfe her, aber edler und kostbarer als die, die für Bettwäsche verwendet wurden. "Zwirnknöpfe waren sehr kostbar, damit konnte man im 17. und 18. Jahrhundert seinen Reichtum zur Schau stellen. Je mehr Knöpfe man am Gewand hatte, desto reicher war man."

Aber nicht immer waren Zwirnknöpfe so wertvoll: Im vergangenen Jahrhundert mussten vor allem Frauen im Wald- und Weinviertel Knöpfe nähen, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. "Auch Kinder wurden oft herangezogen. Die konnten Knöpfe mit in die Schule nehmen und in den Pausen nähen." Einen Vorteil, den Arbeithuber heute noch nutzt: "Ich habe meine Werkstatt in einer kleinen Schachtel, die in jede Tasche passt. So kann ich immer und überall nähen."

Zur Sache: Europäische Tage des Kunsthandwerks

Von 5. bis 7. April finden die Europäischen Tage des Kunsthandwerks statt. Am Neubau sind auch noch "Die Klaviermachermeister" (Burggasse 27) und das Leopold Museum (Museumsplatz 1) dabei. Info: www.kunsthandwerkstage.at

Johanna Arbeithubers Leidenschaft sind Zwirnknöpfe. Ihre Manufaktur befindet sich in der Spittelberggasse 11.
Auch für edle Brokatstoffe eigenen sich Zwirnknöpfe.
Autor:

Andrea Peetz aus Wien

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