Registrierungspflicht
Entspannter Umgang mit der "Zettelwirtschaft" in Cafés

Geschäftsführerin Bozica Saraf will auf eine digitale Alternative der Kundenregistrierung umsteigen.
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  • Geschäftsführerin Bozica Saraf will auf eine digitale Alternative der Kundenregistrierung umsteigen.
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Seit Montag müssen Gäste in Kaffeehäusern und Restaurants ihre Daten hinterlegen. Das funktioniert offenbar ganz gut. Von den Contact Tracern wurden die Daten bisher noch nicht gebraucht.

NEUBAU. Name, Telefonnummer und Uhrzeit: Diese Daten wollen Gastronomen seit Montag von ihren Kundinnen und Kunden wissen. Nicht aus Neugierde, sondern weil eine neue Verordnung der Stadt das so vorschreibt. Sie soll den Contact Tracern ihre Arbeit erleichtern, sollte es zu einem Corona-Fall kommen.

Noch nicht drei Tage ist die Verordnung in Kraft, aber die Menschen, die in der Gastronomie arbeiten, scheinen sich schon daran gewöhnt zu haben und berichten, dass auch die meisten Gäste die Maßnahme mit Gleichmut aufnehmen. "Unsere Gäste haben bis jetzt immer problemlos die Daten angegeben und dann das Essen gegessen, das hat wunderbar funktioniert", sagt etwa Bozica Saraf, Geschäftsführerin des Poke-Bowl-Restaurants Oiopoke Hawaiian Flavours in der Siebensterngasse. "Wir heben die Daten auf und vernichten sie dann nach vier Wochen", fügt sie hinzu; wie es die Verordnung eben vorsieht.

Noch werden die Daten der Gäste mit einem Zettel aufgenommen, doch es hat sich bereits ein IT-Unternehmen mit der Gastronomin in Verbindung gesetzt und eine App angeboten, die Eingabe, datenschutzkonforme Speicherung und Löschen übernimmt. "Wir werden umsteigen. Das ist zwar mit Kosten verbunden, aber wir wollen unseren Gästen das Service bieten, dass sie die Daten bequem am eigenen Handy eingeben können", erklärt Saraf.

Ein paar Häuser weiter, im Café Nil, steht Hanna Kasperer hinter der Theke und sieht ebenfalls keinen Grund zur Panik. "Wir haben gleich am Eingang einen kleinen Tisch mit den Zetteln aufgebaut", erklärt sie das Prozedere im Café. Das Wichtige sei, dass der Datenschutz noch immer gewährleistet bleibe. "Man muss die Leute zwar noch an das Ausfüllen erinnern, aber es gilt ja auch erst seit ein paar Tagen", sagt sie. Auf Widerstand bei den Gästen stößt sie kaum.

Im Café Nil gibt es im Eingangsbereich ein kleines Tischchen, auf dem die Zettel für die Gäste bereit liegen.
  • Im Café Nil gibt es im Eingangsbereich ein kleines Tischchen, auf dem die Zettel für die Gäste bereit liegen.
  • Foto: Maximilian Spitzauer
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"Deutlich weniger Kunden"

In der Lindengasse wartet Konditor Andreas Blocher auf Kunden - allein, seit Montag kommen deutlich weniger als zuvor. Er vermutet, dass das mit der Registrierungspflicht zusammen hängt, wissen kann er es aber nicht. "Ich kann nur sagen, dass einfach keiner da ist. Am Montag haben wir 31 Kunden gehabt, die hier einen Kaffee getrunken haben, das ist weniger als die Hälfte eines normalen Tages", sagt Blocher. Das ist in wirtschaftlich schweren Zeiten natürlich ein weiterer Schlag. Die neue Verordnung verteufelt Blocher deshalb nicht - oder zumindest nicht allein: "Die Maßnahmen sind für mich nicht durchschaubar, auf der einen Seite strikt und auf der anderen Seite total locker. Und ich darf es ausbaden."

Ob die Regstrierungspflicht allgemein zu einem Gästerückgang geführt hat, möchte man bei der Wirtschaftskammer noch nicht kommentieren, dafür sei die Verordnung noch zu kurz in Kraft.

Bisher noch kein Gastro-Fall

Unklarheit herrscht vorerst auch noch darüber, was passiert, wenn es tatsächlich einen Corona-Fall unter den Gästen gibt und die Contact Tracer der Gesundheitsbehörde anrufen. Das liegt auch daran, dass es diesen Fall bislang noch nicht gegeben hat, wie man beim Krisenstab der Stadt Wien bestätigt. Wie genau dann vorgegangen wird, werde man sich im Einzelfall anschauen: "Gemeinsam mit dem Gastronomen wird dann durchgegangen, welche Gäste zu den engen und weiteren Kontaktpersonen gehören", sagt eine Sprecherin. Enge Kontaktpersonen seien auf jeden Fall alle, die am gleichen Tisch gesessen sind, wobei man die meist ohnehin kennt. Je nach Anordnung der Tische werde man dann eben individuell entscheiden, wer noch in diesen Kreis gehört. Die Sprecherin appelliert an die Gäste, die Maßnahme ernst zu nehmen und die Telefonnummer zu hinterlegen: "Das erleichtert unsere Arbeit ungemein."

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