Grätzlhotel: Neubau wird zur Hotel-Lobby

Auf 20 bis 45 Quadratmetern kann man im Neubauer Grätzlhotel – einem ehemaligen Fischgeschäft – nächtigen.
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  • hochgeladen von Barbara Schuster

NEUBAU. Pünktlich zur Feriensaison hat in der Neustiftgasse 48 ein neues Hotel eröffnet. Ein charmantes, mit vier Suiten ausgestattetes Grätzlhotel. Früher befand sich an dem Standort ein Fischgeschäft bevor es von der Urbanauts Hospitality Group übernommen wurde.

Die maritime Einrichtung der Zimmer erinnert auch heute noch an das ehemalige Geschäftslokal. Den sonst üblichen Einheitsbrei sucht man hier vergeblich, jedes Zimmer hat seine eigene kreative Umsetzung. 

Lokale Wirtschaft profitiert

Auf 20 bis 45 Quadratmetern kann im Kapitän, der Fischhändlerin, dem Fischer und dem Bootsbauer genächtigt werden. Anders als in herkömmlichen Hotels gibt es weder eine Lobby noch ein Speisenangebote.Die Wienbesucher werden angeregt die vielen umliegenden Restaurants, Cafés und Bars zu besuchen. Das ist Teil des Konzepts, wie Betreiberin Theresia Kohlmayr erklärt. Davon profitieren die umliegenden Lokale, Touristen können die Stadt wie Einheimische erleben und der Bezirk wird belebt.

Die Schlüsselübergabe funktioniert auch ohne klassische Rezeption unkompliziert über einen Schlüsselsafe. Im Schnitt bleiben die Gäste zwei bis drei Nächte wobei die Zimmer preisliche zwischen 120 Euro und 160 Euro liegen. Gebucht werden kann über alle gängigen Urlaubsplattformen.

Leerstandsobjekt als Upcyclingprojekt

Mit den Vierteln rund um das Belvedere, den Karmelitermarkt und den Meidlinger Markt ist Neubau bereits der vierte Standort der Grätzlhotels. Zusammen mit den Architekturbüros BWM Architekten und Kohlmayr Lutter Knapp verwandelt die Urbanauts Hospitality Group seit 2012 Leerstandsgebäude in hippe Unterkünfte. Die Erfahrung hat mittlerweile gezeigt, dass die Grätzlhotels nicht bloß junge Individualisten anlockt. Auch viele Geschäftsleute schätzen die kreativ umgesetzten Suiten abseits der üblichen Hotelketten. „Das Alter unserer Gäste erstreckt sich von acht bis achtzig“, freut sich Kohlmayr

Die studierte Architektin stammt aus einer Salzburger Hoteliersfamilie. Gemeinsam auf der Suche nach einem Atelier, wurden Kohlmayr und ihre Studienkollegen auf die zahlreichen Leerstandsobjekte aufmerksam. So kam die Idee auf, ehemaligen Geschäftslokale in kleine Hotels umzubauen und aufzuwerten. Den Grundstein lieferte eine ehemalige Maßschneiderei mit einem Zimmer. Der „Prototyp“, wie es die Salzburgerin nennt, kam bei Gästen so gut an, dass daraus die Grätzlhotels wurden. Auch die Wirtschaftsagentur Wien fand Gefallen und würdigte die Idee mit dem Förderprogramm creative_project.

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