Kommentar: Nein, die Frühlingsgefühle sind nicht schuld!

Alina Rheindorf ist Autorin, Journalistin & zweifache Mama

WIEN. "Buben brauchen klare Ansagen!", sagt die Frau "Ich-weiß-alles" neben mir an der Supermarktkasse. "Buben brauchen viel Auslauf, vor allem im Frühling", sagt die Frau "Ich-weiß-es-noch-besser" und händigt mir das Restgeld aus. Die beiden Damen vermuten wohl, dass ich in Erziehungsdingen um den heißen Brei herumrede und die Kinder zu Hause ankette. Sie wissen nicht, dass wir gerade im Garten Trampolin gehüpft und auf dem Weg zum Fußballtraining sind. Klar gebe ich klare Ansagen! Also hier ganz klipp und deutlich: "Ich brauche eure Ratschläge nicht! Selbst wenn sie gut gemeint sind."

Wenn ich Rat brauche, dann gehe ich höchstens zu meiner eigenen Mama. Kein Ratgeber, keine fremde Supermama im Park, kein Vorzeigepapa im Bus, keine Überdrübertante auf dem Spielplatz, niemand kennt meine Kinder, so wie ich sie kenne. Deshalb haben die anderen noch weniger Ahnung, wie man sie bändigt. Im Supermarkt ist das ganz besonders schwierig. Warum, weiß ich nicht. Kaum betreten wir einen, verwandeln sie sich in kleine Feuerbälle, die energiegeballt von einem Regal zum nächsten schießen und dabei von Gang zu Gang an Fahrt gewinnen. Was ich brauche, ist kein Ratschlag! Was ich brauche, ist ein tiefergelegtes Einkaufswagerl mit Düsenantrieb. Dann sind wir auch schneller wieder raus, ohne dass uns jemand bemerkt hat. Naja, bis auf die Spur der Verwüstung hinter uns.

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