Probleme mit der Barrierefreiheit
Viele Hürden für das Bezirksmuseum Neubau

Katharina Praniess fordert einen Treppenlift für das Bezirksmuseum.
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Fehlende Barrierefreiheit, fehlende Mitarbeiter: Das Bezirksmuseum Neubau braucht dringend Unterstützung.

NEUBAU. Egal, ob schon ein bisserl älter, gehbehindert oder im Rollstuhl: Der einzige Aufgang ins Bezirksmuseum ist in diesem Fall dann nicht zu schaffen. Diese Hürde kennt auch Rollstuhlfahrerin Katharina Praniess. "Geschichte, Kunst und Kultur sind meine Leidenschaft", so die 30-Jährige. "Es ist ein Grundrecht, öffentliche Gebäude barrierefrei nutzen zu können. Man darf niemanden von Kunst und Kultur aussperren", sagt Praniess, die auch ausgebildete Peer-Beraterin und Coach für Menschen mit Behinderung ist.

Ihr Lösungsvorschlag: ein Treppenlift. "Wobei schon der Zugang von der Stiftgasse her, den man mangels Beschilderung eigentlich nur als Eingeweihter sofort findet, mühsam ist. Auch für Ältere ist das Kopfsteinpflaster dort eine latente Gefahr", meint Praniess.

Umzug ins Sophienspital?

Eine Lösung, die nicht nur Barrierefreiheit, sondern auch mehr Platz für das Museum bringen könnte, wäre ein Umzug in das gerade in Planung befindliche Quartier im ehemaligen Sophienspital. "Als Projekt, in dem Integration genauso groß geschrieben werden soll wie Kunst und Kultur, bietet sich das an", schlägt etwa Christina Schlosser, Obfrau der ÖVP Neubau, vor.

Bezirkschef Markus Reiter (Grüne) ist dem nicht abgeneigt: "Aufgrund der finanziellen Lage und des Denkmalschutzes war bis dato Barrierefreiheit nicht möglich. Die beste Lösung wäre ein neuer Standort. Auch eine neue Beschilderung, um die Sichtbarkeit des Bezirksmuseums zu verbessern, wäre durchaus vorstellbar."

Wieso das Museum überhaupt im Amerlinghaus untergebracht ist, erklärt Leiterin Ursula Berner: "Unter anderem, weil es ein historisch relevanter Ort im Bezirk ist." Aber nachdem das Gebäude sehr alt und außerdem denkmalgeschützt ist, seien Umbauten schwierig und teuer. "Wir haben immer wieder auch über eine Übersiedlung nachgedacht, es mangelte bisher aber an finanzierbaren barrierefreien Angeboten. Das Sophienspital wäre aber sicher eine spannende Option", so Berner.

Aber nicht nur an der Barrierefreiheit haperts – auch am Personal. Derzeit arbeiten inklusive Berner fünf Ehrenamtliche regelmäßig im Bezirksmuseum, zwei bis vier helfen fallweise. "Je mehr Personen Zeit investieren, desto besser können wir das Archiv aufarbeiten, inventarisieren, Anfragen beantworten und vor allem auch die Öffnungszeiten erweitern. Wir freuen uns über jede Hilfe!", plädiert Berner.

Zur Sache: Bezirksmuseum Neubau

Das Bezirksmuseum (Stiftgasse 8) hat Do. 16–18 Uhr und Sa. 15–17 Uhr geöffnet. Wer mithelfen will oder eine Idee für einen neuen Standort hat, meldet sich bei Ursula Berner: 0664/831 74 46 oder bm1070@bezirksmuseum.at. Info: www.bezirksmuseum.at

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