07.11.2016, 11:31 Uhr

Filmprogramm Sarah Morris: Chicago / Points on a Line

Wann? 08.01.2017 19:00 Uhr

Wo? Kunsthalle Wien Museumsquartier, Museumspl. 1, 1070 Wien AT
Porträt Sarah Morris (Foto: Wendy Bowman)
Wien: Kunsthalle Wien Museumsquartier | Chicago, 2011
Red Code/HD Digital, 68:21 min
© Sarah Morris, Courtesy White Cube

Chicago untersucht die Psychologie, Architektur und Ästhetik der amerikanischen Stadt, die während der Amtszeit von Barak Obama verstärkt wahrgenommen wurde. Als Mies van der Rohe, der 1938 mit Hilfe von Philip Johnson nach Amerika emigrierte, Leiter des Fachbereichs Architektur am Illinois Institute of Technology wurde, hatte das nicht nur große Auswirkungen auf das Erscheinungsbild von Amerika, sondern auch auf die soziale Realität der heutigen amerikanischen Gesellschaft. Morris zeigt in Chicago das Panorama einer amerikanischen Stadt in einer Übergangsphase und verfolgt mit der Kamera die moderne Architektur, die Konzernzentralen der scheinbar toten Printmedien und die Rolle der Stadt in der Industrialisierung. Ein Jahrhundert nach der Veröffentlichung von Upton Sinclairs Der Dschungel hat sich der Fokus von der Nahrungsmittelproduktion auf den Konsum und eine ums Überleben kämpfende Druck-, Verlags- und Werbewelt verlagert.
Chicago fängt die vielfältigen Schichten einer komplexen Metropole ohne gesprochenen Kommentar oder ein Narrativ ein. Morris bewegt sich vielmehr entlang der Grenze von Dokumentarfilm und Fiktion und lässt alltägliche urbane Momente mit Fragestellung zu Macht und Repräsentation kollidieren.


Points on a Line, 2010
Red Code/HD Digital, 35:44 min.
© Sarah Morris, Courtesy White Cube

Das Farnsworth House in Plano, Illinois und das Glass House in New Canaan, Connecticut. Philip Johnson und Mies van der Rohe. Kurator und Architekt. Architekt und Architekt. Points on a Line dokumentiert das gemeinsame Ziel der Architekten, Bauwerke zu errichten, die die Art und Weise, wie wir über ein Haus, eine Form und einen Kontext denken, verändern. Die beiden Gebäude sind das Ergebnis gemeinsamer Ideen und kollektiver Wünschen. Zugleich verkomplizieren sie aber auch die Idee von Kopie und Original und stellen die Chronologie der Moderne in Frage. Die beiden Gebäude repräsentieren das Erbe der Konzentration auf Detail und Oberfläche – sowohl innen als auch außen. Sie erfassen die Spannung von Ego und Autorschaft durch gegensätzliche architektonische Aussagen. Durch die sorgfältige Dokumentation der Instandhaltungsarbeiten an den beiden Gebäuden und dem Verweilen der Kamera auf den Strukturen und Objekten im Raum bekommen wir Einblicke in Orte, die über ihren anfänglichen einfachen Gebrauchsstatus hinausgewachsen sind.
Der filmische Fokus auf architektonische Präzision produziert Bilder, die über eine Aufzeichnung von Funktionalität oder rationale Bedürfnisse hinausgehen. Dadurch, dass sie einen uneingeschränkten Zugang hatte, konnte Morris Kunstwerke, Architektur und Blumenbilder, Bienen und Schmetterlinge ebenso eingefangen wie Menschen beim Fensterputzen, Kochen, Power-Broking oder Sammeln.
Morris hat in beiden Häusern mehrere Monaten lang gefilmt, aber auch an anderen Orte wie dem Four Seasons Restaurant, dem Seagram Gebäude, Mies van der Rohes berühmtem Lake Shore Drive und der Chicago Newberry Library.


Eintritt EUR 2
Mit Ausstellungsticket oder Jahresticket gratis
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