07.06.2018, 16:16 Uhr

13A: Bis Juli soll neue Route für Buslinie fix sein

Sind strikt gegen die doppelte Route des 13A durch die Neubaugasse: Rainer Trefelik von der Wirtschaftskammer, Anrainerin Konstanze Thau, Bezirkschef Markus Reiter, Unternehmer Kurt Wilhelm und Anrainer Robert Kalasek.

In beiden Richtungen durch die Neubaugasse, gar nicht mehr durch die Neubaugasse oder doch lieber durch die Stiftgasse: Bis in vier Wochen wollen die Wiener Linien eine neue Route für den Bus 13A finden. Die Fronten sind dabei jedoch verhärtet – weder Bezirk noch Stadt wollen nachgeben.

NEUBAU. Der Ort für die 13A-Pressekonferenz von vergangenen Mittwoch wurde nicht zufällig gewählt: Ins MaschuMaschu direkt auf der Neubaugasse lud Bezirkschef Markus Reiter (Grüne) ein, um nochmal klarzustellen: Nein zur doppelten Führung durch die Neubaugasse! Seit Februar stemmt sich der Bezirk bereits gegen die geplante neue Route. Wegen des U-Bahn-Baus und Arbeiten in der Kirchengasse braucht der Bus nämlich eine neue Route. In beide Richtungen durch die Neubaugasse wollen die Wiener Linien fahren. Neubau aber spielt da nicht mit – Unterschriftensammlung und Protestaktionen inklusive.

Das wiederum lassen sich die Wiener Linien nicht gefallen und drohen damit, den Bus dem Bezirk respektive der Neubaugasse gleichsam ganz wegzunehmen. Die Route könnte nämlich geteilt werden. Der 13A würde dann bis zur Mariahilfer Straße fahren und dort wenden, der 13B wieder von der Westbahnstraße aus weiterfahren. Aber auch das will man beim Bezirk nicht – Reiter plädiert für die Stiftgasse. Bereits 2015 fuhr dort der Bus während der Umbauarbeiten für die Mariahilfer Straße.

"Der Vorschlag, einen 18 Meter langen Gelenkbus im Drei-Minuten-Intervall ohne eigene Fahrspur gegen die Einbahn zu führen, schafft viele zusätzliche Probleme. Wir brauchen eine vernünftige Lösung für alle – Fahrgäste, Unternehmer und Anrainer", so der Neubau-Chef.

Vier Einrichtungen für Kinder beim Nadelöhr

Eine von Reiters größten Sorgen betrifft die Kreuzung Neubaugasse/Westbahnstraße. Falls die doppelte Bus-Führung kommt, würden dort nämlich die zwei 13A-Linien, die 49er-Bim sowie der Baustellenverkehr aufeinandertreffen – zusätzlich zu den Autos, die ohnehin schon in der Neubaugasse unterwegs sind. Erschwerend kommt dazu, dass sich dort vier Einrichtungen für Kinder befinden: der Kindergarten Trommelklecks (Neubaugasse 2), der Kinderagrten "Villa Kunterbunt" (Neubaugasse 12-14), die Neue Mittelschule Neubaugasse 42 sowie das Theater der Jugend (Neubaugasse 38). Letzteres mit bis zu 190.000 Besuchern pro Jahr. "Alles in allem ist das eine brandgefährliche Situation", bringt es Anrainerin Konstanze Thau auf den Punkt – Applaus unter den rund 20 Neubauern, die bei der Pressekonferenz anwesend sind, setzt ein.

Unternehmer Kurt Wilhelm, Chef von "Wald & Wiese" in der Neubaugasse 26, setzt in Sachen Dramatik sogar noch eines drauf: "Es ist eine brandgefährliche Situation – und unser Grätzel droht gerade zu verbrennen!" Seine Befürchtung: dass die Kunden bei einer doppelten 13A-Führung ausbleiben. "Heutzutage will man in einem attraktiven Umfeld einkaufen. Wenn alle eineinhalb Minuten ein Bus vorbeirauscht und der Radlweg fehlt, sieht das halt dann schon anders aus."

Ähnlich sieht dies Rainer Trefelik, Obmann der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Wien.: "Die Neubaugasse entwickelt sich als Einkaufsstraße hervorragend. Gerade deshalb ist es fahrlässig, diese positive wirtschaftliche Entwicklung durch die Linienführung eines Autobusses zu gefährden – auch im Kontext des steigenden Online-Handels gesehen."

Doch nicht alle Bezirksbewohner sind sich in Sachen doppelter Route einig: „Die wichtigste Öffi-Verbindung im Oberflächenverkehr innerhalb des Gürtels darf nicht gekappt werden. Bei allem Verständnis für die Sorgen des Bezirks: Die Linienführung in beiden Fahrtrichtungen durch die Neubaugasse soll endlich von unabhängigen Verkehrsexperten geprüft werden. Der 13A darf weder auf Spazierfahrt geschickt, noch zweigeteilt werden!“, sagt etwa Harald A. Jahn von der Neubauer Bürgerinitiative „Ja zur Linie 13“.

Grätzelpolizist als Lösung

Bei den Wiener Linien zeigt man sich indessen unbeeindruckt. Die Sicherheitsbedenken des Bezirks für das Nadelöhr will man mit einem Grätzelpolizisten zerstreuen: "Der ist jetzt schon bei größeren Veranstaltungen vor Ort, um den Verkehr an der Kreuzung zu regeln." Vorfälle habe es bisher keine gegeben. "Außerdem fahren unsere Busse auf Sicht und können, wenn nötig, in einer der Ausweichbuchten halten." Möglich sei es außerdem auch, die 49er-Haltestelle nach hinten zu verlegen. "Das ist nicht die erste enge Kreuzung in Wien, mit der wir zu tun haben", geben sich die Wiener Linien zuversichtlich.

In Sachen Lösungsfindung setzt man dort sogar noch eines drauf: Schon bis Juli will man eine fixe neue Route haben. "Im Februar 2019 starten wir mit den Arbeiten bei der Pilgramgasse, da brauchen wir auch schon eine Verbindung zur U3. Eine Lösung muss so schnell wie möglich her – und die heißt für uns eindeutig Neubaugasse", so die Auskunft der Wiener Linien. Unter Druck setzen lassen will sich Markus Reiter davon nicht: "Wir brauchen keine überhasteten Experimente – also zurück an den Verhandlungstisch und planen wir auf Augenhöhe. Die Zeit haben wir."

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