16.05.2018, 08:38 Uhr

"das möbel" feiert 20 Jahre

Gründer Lothar Trierenberg (m.) mit möbel-Urgestein und Koch Beat Spichtig sowie Café-Geschäftsführerin Christiane Egger. (Foto: das möbel)

Wo Möbel auf Melange und Mehlspeis treffen: "das möbel" in der Burggasse verbindet Design mit Kaffeehaus-Flair – und das seit mittlerweile zwei Jahrzehnten.

NEUBAU. "Es war knallvoll und ich hab mir gedacht: 'Scheiße, das hört nie wieder auf!'" An den ersten Abend vom "das möbel" kann sich Mit-Gründer und Geschäftsführer Lothar Trierenberg nur zu gut erinnern. "Nie aufhören" ist vielleicht noch ein bisschen vorschnell gedacht, aber zumindest zwei Jahrzehnte gibt es die Symbiose aus Kaffeehaus und Möbelgeschäft bereits am Neubau. "Das Gefühl, dass es uns schon 20 Jahre gibt, hab ich aber nicht. Außer wenn ich mir die alten Fotos anschau."

Ein bisschen voller ist im Lokal zwar geworden, das Konzept aber ist das Gleiche wie bei der Eröffnung am 15. Mai 1998: Neben Melange und Mehlspeis gibt's dort nämlich Möbel zu kaufen.

Keine großen Namen, dafür solides Handwerk

"Was Spannendes mit Möbeln" wollte Trierenberg damals mit drei Freunden aufziehen, eine Galerie oder dergleichen kam aber nicht in Frage. "Dort geht man nur rein, wenn man das Geld hat, um auch was zu kaufen. Einen Kaffee aber kann sich jeder leisten." Gesagt getan: Kaffeehaus-Flair als Mittel zum Zweck, um das Geschäft zu finanzieren, Gäste anzulocken und Nachwuchs-Designern eine Bühne zu bieten. "Wir haben nie auf große Namen geschielt. Solides Handwerk steht bei uns im Fokus", so Trierenberg. Sprich: nicht in Übersee oder zu billig produziert, nachhaltiges Design, wo die Preis-Leistung stimmt. Aktuell teuerstes Stück: ein riesiger, massiver Esstisch um rund 2.000 Euro.

Angst vor Kaffee- oder Schokoladeflecken auf den guten Designer-Stücken muss übrigens niemand haben. Denn: Man kauft nicht wirklich ein Stück aus dem "das möbel". "Jeder Kunde bekommt ein neues Stück, so wie in einem normalen Möbelgeschäft auch. Sonst hätten wir ja auf einmal ein leeres Lokal." Erhältlich sind Tische, Sessel, Lampen und Bänke außerdem im "das möbel < das geschäft" in der Gumpendorferstraße 11 im Nachbarbezirk Mariahilf. "Nach neun Jahren haben wir einen eigenen Shop aufgesperrt. Die ganzen Stoff- und Materialmuster zu lagern – damals waren wir außerdem noch ein Raucher-Lokal – war auf Dauer leider einfach nicht möglich", erklärt Trierenberg.

Vom Stadtmöbel zur Wiener Einrichtung

Was das erste verkaufte Stück im "das möbel" war? Überraschender Weise kein modernes Designer-Teil, sondern ein alter Kindersessel aus den 50er Jahren. "Den haben wir irgendwo gefunden und hingestellt, dass die Kinder halt auch was haben quasi. Der war dann sofort weg. Für uns war das schon ein bissl frustrierend, weil's halt kein supertolles Designer-Stück war."

Anekdoten wie diese kann Trierenberg übrigens zuhauf erzählen. Seine Liebsten? Einmal romantisch: "Ein Pärchen hat sich bei uns kennen gelernt und verliebt. Nach Jahren konnten sie sich dann – mit eigener Familie und Eigentumswohnung – endlich auch ein Möbelstück leisten."

Oder weniger romantisch, dafür ein bisschen kaufmännischer: "Ein jahrelanger Stammgast hat auf einmal angefangen, Möbel bei uns zu kaufen – der hat sich vorher noch nie wirklich für Design interessiert. Eigentlich wollte er in Kunst investieren. Durch uns ist er aber dann draufgekommen, dass es Lebensqualität ist, wenn man sich mit schönen Dingen oder Dingen mit Geschichte umgibt. Und genau das wollen wir erreichen."

Und einen Klassiker in Sachen "Namen" hat Trierenberg natürlich auch noch auf Lager: "Wir haben unendlich lange Listen geschrieben, nächtelang diskutiert. Eine Woche vor Eröffnung hatten wir noch immer nix. Dann hieß es plötzlich 'Wir wollen Möbel verkaufen – also wieso nicht einfach das möbel?' Zuerst war's nur ein Platzhalter auf den Einladungen. Aber dann ist der Name einfach geblieben." Und legt zum Abschluss noch einen nach: "Wir heißen 'das möbel', weil wir ein Stück Stadtmöbel sein wollten – mittlerweile sind wir eine Wiener Einrichtung geworden."

Zur Sache:

Der 20. Geburtstag wird am Freitag, 18. Mai ab 18 Uhr gefeiert. Am Buffet warten Brot-Klassiker à la Schnittlauch und Ei oder Retro-Kuchen wie Bananenschnitten. Wer in seinem Fundus noch einen Schilling findet, kriegt dafür zwischen 19 und 20 Uhr Cocktails wie vor 20 Jahren – Jade oder Blauensteiner Spezial. Zu gewinnen gibt's auch was: Gutscheine für einen Kaffee und einen Designer-Sessel oder eine Flasche Wein mit Designer-Glas und Lampe etwa.
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