29.09.2017, 12:55 Uhr

Du und ich, dort und da: Von Flucht, Ankunft und Zusammenleben

In der Ausstellung lernen Kinder beim Basteln, Tanzen, Singen und Spielen die Schicksale geflüchteter Kinder kennen. (Foto: ZOOM Kindermuseum/J.J. Kucek)

Die neue Austellung im Zoom Kindermuseum handelt von Flucht, Ankunft und dem Zusammenleben in Wien.

WIEN. Bereits zwei Tage vor der offiziellen Eröffnung durften sich einige Mariahilfer Schüler exklusiv vorab die neue Ausstellung "Du und ich, dort und da" ansehen. Doch mitten hinein platzten Bundesminister Thomas Drozda und Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky mit Gefolge. Letzterer wollte auch die neue Ausstellung seines „Lieblingsmuseums“ bestaunen, wie er sagte. Für die Kinder bedeutete das: posieren für die Fotografen. Das machten sie wie die Vollprofis, wenn auch der eine oder die andere frech die Zunge herausstreckte.
Abseits der Politiker-Karawane gab es für die Kleinen einiges zu entdecken. Zum Beispiel die Geschichte von Faizal aus Afghanistan. Dort hat seine Mutter ihm immer mit Geschichten Teppichmuster erklärt, bis er von dort wegmusste. Im Museum können die Kinder an einem riesigen Patchworkteppich basteln und sich so Gedanken über den Begriff „Zuhause“ machen.

Oder Lina aus dem Norden Syriens. Sie ist leidenschaftliche Tänzerin. Damit kann sie den Schrecken ihrer Fluchterlebnisse ein wenig vergessen. Mittels Tanzkaraoke folgen die kleinen Besucher den Tanzschritten Linas und können sich so in ihre Situation hineinversetzen.

Millionen Menschen sind in den vergangenen Jahren vor Krieg, Hunger und Vertreibung geflohen. Laut UNHCR waren die Hälfte davon Kinder. Einige von ihnen gehen heute in Wiener Schulen. „Viele Kinder interessieren sich sehr für ihre neuen Klassenkameraden“, sagt Museumsdirektorin Elisabeth Menasse-Wiesbauer. Jedoch gibt es Kommunikationsprobleme. „Sie kennen die Spiele ihrer neuen Freunde nicht und sprechen die Sprache nicht. Da soll diese Ausstellung helfen.“

Alle in der Schau behandelten Fälle beruhen auf wahren Geschichten. Sie sind zwar im Detail verfremdet, sollen aber ein authentisches Bild vermitteln. So können die Kinder mitnehmen, dass hiesige Selbstverständlichkeiten anderswo keine Gültigkeit haben. Arif zum Beispiel konnte in Damaskus nicht mehr zur Schule gehen, weil der Weg dorthin zu gefährlich war.

Die Ausstellung ist bei den kleinen Premierengästen sehr gut angekommen und noch bis 25. Februar im MuseumsQuartier zu sehen. Alle Infos unter www.kindermuseum.at
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