11.12.2017, 09:44 Uhr

In der Hauptbücherei warten tausende Bücher über Fußball

Thomas Pöltl koordiniert die Wiener Fußballbibliothek. Sein Motto: "Die Welt ist alles, was der Ball ist." (Foto: Nathalie Stephan)

Thomas Pöltl ist Fußballbibliothekar. Dank ihm hat Wien tausende Bücher über das Spiel mit dem runden Leder.

NEUBAU/RUDOLFSHEIM-FÜNFHAUS. Die Geschichte der Wiener Fußballbibliothek beginnt mit Platzproblemen. Wenn es um Bücher geht, dann ist das oft der Fall. "Meine Freundin und ich haben rund 5.000 Bücher über Fußball", sagt Thomas Pöltl. "Irgendwann ging es nicht mehr."

Also recherchierte Pöltl, der für die Büchereien der Stadt Wien arbeitet, über Fußballbibliotheken. Die Überraschung: "Es gibt keine. Nur in Leipzig habe ich ein Jugendprojekt gefunden." Pöltl begann, mit Kollegen der Wiener Stadtbüchereien über die Idee einer Fußballbibliothek zu diskutieren. Mittlerweile gibt es sie an den Standorten Liesing, Philadelphiabrücke und in der Hauptbücherei.

Passen Fußball und Literatur denn überhaupt zusammen? Thomas Pöltl sagt ja. Nicht zuletzt kickt er in der österreichischen Autoren-Nationalmannschaft. Allerdings sei die Verbindung zwischen Fußball und Literatur in Österreich noch nicht so bekannt. "In Italien gibt es einen völlig anderen Zugang als hier. Da gibt es kaum einen Autor, der nicht auch etwas über Fußball geschrieben hat."

Nicht nur Bücher werden in der Fußballbibliothek gesammelt. Auch Fußballfilme sind hier zu finden. "Es gibt wirklich tolle Fußballfilme. Meistens ist da der Fußball nur ein Anlass, um viel weiter reichende Themen zu beleuchten."

Filme und graue Literatur

Ein Beispiel ist der Film "It’s All About Fish". Er nimmt die historische Niederlage der österreichischen Nationalmannschaft gegen die Färöer-Inseln zum Anlass, um eine Reportage über das Zusammenleben auf der Insel zu präsentieren. "Da müssen alle zusammenarbeiten und einander helfen. Der Film zeigt eine sehr solidarische Lebensgemeinschaft."

Ein Arbeitsschwerpunkt Pöltls liegt in der "grauen Literatur". Dabei handelt es sich um Fanzines und Publikationen, die von Fußballfans selbst geschrieben und bei Spielen verkauft oder verteilt werden. Diese möchte Pöltl zu einem Teil der "Bücherei der Raritäten" in der Zieglergasse 49 machen.

"Das bedeutet viel herumfahren. Man muss persönliche Kontakte aufbauen, um an diese Literatur zu kommen." Ein von ihm erworbenes Schmankerl sind verschiedene Ausgaben der in der Schweiz produzierten "Tschutti Heftli". Dabei handelt es sich um von Künstlern individuell gestaltete Stickeralben.

Zur Sache:

Am Neubau ist die Fußballbibliothek zweimal zu finden: In der Hauptbücherei am Urban-Loritz-Platz 2a sind rund 700 Fußballmedien vorhanden. In der Zieglergasse 49 freut sich Thomas Pöltl auf Spenden. Kontakt: thomas.poeltl@wien.gv.at
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