03.07.2017, 09:08 Uhr

NMS Neubaugasse: Schüler haben ein Buch geschrieben

Bald sind Ferien - davor wurde aber noch gezeigt, was im vergangenen Schuljahr erarbeitet wurde.

Pünktlich zum Ferienbeginn haben die Schülerinnen und Schüler der NMS Neubaugasse gezeigt, was sie im vergangenen Jahr geschafft haben: Einige haben gemeinsam ein Buch geschrieben, die "Neu in Wien Klasse" hat ihre beeindruckenden Deutschkenntnisse in Form eines bewegenden Gedichts präsentiert.

NEUBAU. Schon am Eingang der Neuen Mittelschule Neubaugasse wurden die Gäste empfangen und dann ins Salettl der Schule eskortiert. Kein Wunder, war doch auch "Prominenz" zur Präsentation des Werks, an dem die Schüler im vergangenen Schuljahr gearbeitet haben, geladen. Gekommen sind Stadtschulratspräsident Heinrich Himmer und der Neubauer Bezirksvorsteher Thomas Blimlinger (Grüne). Auch ihnen war die Begeisterung bei der Veranstaltung anzusehen: Denn nicht nur das druckfrische Buch mit Schüler-Geschichten wurde Eltern und Gästen präsentiert, sondern auch die "Neu in Wien"-Klasse hat gezeigt, was sie im vergangenen Schuljahr gelernt hat. Und das ist so einiges.

"Als die Klasse im Vorjahr startete, sprach niemand ein Wort Deutsch", so Direktorin Judith Zach. Das Team rund um die Klasse habe Enormes geleistet und dabei einen eigenen Weg eingeschlagen. Zentral war vor allem der Ansatz, den Kindern nicht nur Deutsch, sondern auch ihre Erstsprache im Unterricht zu lehren. Die Einsicht, dass "Sprachförderung immer auch Denkförderung ist", sei vor allem dem Muttersprachen-Lehrer an der Schule zu verdanken, so die Direktorin. Dass dieser Ansatz funktioniert hat, haben die Schüler gleich selbst unter Beweis gestellt. Gemeinsam präsentierten sie ein Gedicht auf Deutsch, dessen Inhalt sie auch in arabischer Sprache bearbeitet haben. Dabei ist die Botschaft Programm. Das Gedicht handelt humoristisch von der Unterschiedlichkeit der Menschen ("Ich bin ein Nerd, aber kein Hipster mit Brille"). Aber nicht das Trennende, sondern das Verbindende wird in den Vordergrund gestellt: "Wir sind das, was uns zusammenhält." Das Ganze wurde dann auch noch in ein bewegendes kurzes Theaterstück verpackt, das für den verdienten Applaus im Publikum sorgte.

"Tolle Arbeit"

Auch Bezirksvorsteher Thomas Blimlinger würdigte die Leistungen der Schule im Bezirk. "Ich bedanke mich ganz herzlich, denn natürlich haben die zwei großen Flüchtlingsunterkünfte am Neubau auch die Schulen vor Herausforderungen gestellt." Und hier wurde "ganz tolle Arbeit geleistet", so Blimlinger.
Tolle Arbeit haben aber auch die Schülerinnen und Schüler der ersten und zweiten Klassen geleistet – sie haben im Deutschunterricht ein ganzes Buch geschrieben. Unterstützt wurden sie dabei von Autorin Anneliese Hager, die als Literaturmentorin fungierte. Die Geschichten handeln allesamt von imaginären Freundinnen und Freunden: Sei es Olaf, der bei der schwierigen Division bei der Mathe-Schularbeit geholfen hat, oder Klaus, der den von der großen Schwester im Park vergessenen kleinen Bruder zurückgebracht hat.

"Das Gefühl, jetzt das gedruckte Buch in Händen zu halten, ist sehr toll", erzählen zwei Schülerinnen, die beide eine Geschichte beigesteuert haben. Am besten habe ihnen an dem Projekt das Dasein als professionelle Schreiberinnen gefallen – sie durften ihre Geschichten im Computerraum tippen. Weniger Spaß habe ihnen da schon das Korrigieren gemacht. Aber jetzt zählt ohnehin nur mehr eines: "Ferien!" Denn die haben auch kleine Literatinnen und Literaten dringend nötig.
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