14.11.2016, 11:39 Uhr

Stadtteilpartnerschaft: Initiative gegen Leerstand

Kaffee für eine gute Nachbarschaft: Angela Proyer und Irene Grabherr (r.) im Atelier PEPH.

Auf begrenzte Zeit nutzbar: Die Gebietsbetreuung vermittelt "Plätze mit Ideen" an "Ideen für Plätze".

NEUBAU/JOSEFSTADT/OTTAKRING. Leer stehende Räume auf Zeit nutzbar machen: Dieses Projekt startet jetzt in Ottakring. "Es geht dabei um das Teilen von Räumen und um das Zusammenbringen von Menschen", sagt Irene Grabherr von der Gebietsbetreuung. Sie ist Koordinatorin der Initiative Stadtteilpartnerschaft, welche die drei Bezirke Ottakring, Josefstadt und Neubau umfasst. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, Menschen mit Platz an Menschen auf der Suche nach Platz zu vermitteln.
Das Prinzip ist dabei ebenso simpel wie effektiv: Ein Café, ein Atelier oder ein ähnliches Lokal stellt einem Interessenten einen Raum, der ansonsten ungenutzt bleiben würde, auf bestimmte Zeit zur Verfügung. Die Gebietsbetreuung übernimmt dabei die Rolle des Vermittlers, vernetzt die Menschen aus dem Bezirk untereinander und informiert bei rechtlichen Unklarheiten wie zum Beispiel in Haftungsfragen. Der Mietpreis und die Konditionen werden von den beiden Vertragspartnern ganz individuell verhandelt.

Geeignete Lösung finden

Die Gebietsbetreuung sei dabei keine "Leerstandsvermittlung", sondern wolle kreatives und soziales Potenzial im Grätzel aktiv fördern, erklärt Grabherr. Möglichen Nutzungskonzepten sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Besonders gut eignet sich die Initiative für temporäre Ausstellungen, für Workshops oder Versammlungen. Aber auch Menschen auf der Suche nach Räumen für Gymnastik-, Koch- oder Sprachkurse können mit der Stadtteilpartnerschaft eine geeignete und oftmals günstige Lösung finden. Beispielsweise könne sich ein leer stehender Keller als Musikproberaum eignen, so Grabherr. Nicht jeder könne oder wolle das nötige Geld aufbringen, um einen eigenen Raum fix anzumieten.

Die Idee wurde 2013 bereits am Alsergrund, in Hernals und in Währing umgesetzt – mit großem Erfolg. Seit September gibt es die Stadtteilpartnerschaft nun auch in den Bezirken 7, 8 und 16. Und sie werde bereits sehr gut angenommen, so Grabherr. Übrigens ist auch die Gebietsbetreuung selbst Stadtteilpartner und stellt Räume kostenlos bzw. gegen eine geringe Gebühr zu Verfügung.

Angela Proyer, Künstlerin in der Galerie PEPH in der Haberlgasse, ist eine der Stadtteilpartner in Ottakring. Da ihr Raum oft ungenützt bleibt, stellt sie ihn zur Verfügung. "Mir ist vor allem auch wichtig, dass hier verschiedene Menschen zusammenkommen", so Proyer. Sie habe unter anderem schon Anfragen für einen Currypasten-Workshop und von einem Kindergarten erhalten. In der Siebensterngasse in Neubau bietet sich zum Beispiel das Café Siebenstern als Veranstaltungsort für kulturelle, politische sowie private Events an. Weiters bietet das Café sowohl in den Auslagen als auch im Inneren Raum und Möglichkeiten, Kunstwerke auszustellen. Weitere Informationen auf www.gbstern.at
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