Paradoxon
8. März: Weltfrauentag

Es ist unzureichend, sich nur heute, an einem Tag, der Sache der Frau zu besinnen. Das steht fest. „Genervtes Augenrollen“ oder „abwertende Bemerkungen“ sehe ich genauso wenig angebracht. Am heutigen 8. März können wir aber reflektieren: Was schultern unsere Frauen alles? Ich kenne viele, viele Frauen die in Doppel- u Dreifachbelastungen stecken. Wer wäscht, wer putzt, wer kocht, wer behält in Haushalt u Familie den Überblick? Jeder kann sich das selbst beantworten.

Am 8. März denke ich IMMER an die europäischen Oststaaten: Dort finden eher Betriebsfeiern (für weibl. Angestellte) denn „Gleichberechtigungskämpfe“ statt. Aus meiner Erfahrung, die sich auf Freundschaften in Ostdeutschland, Ungarn und vor allem in Bulgarien bezieht, wird dort der 8. März feierlich begangen, ohne Groll auf „haltlose“ Zustände in der Gleichberechtigungsfrage. Die Frauen dort haben immer gearbeitet und waren bzw. sind gesellschaftlich gleichberechtigt. Spricht man mit Frauen aus dem Osten, so halten diese nicht viel von Geschlechterkampfrivalität, weil sie diese so nicht empfinden. Sie kämpfen gemeinsam mit ihren Familienmitgliedern für eine bessere Zukunft. Damit sind sie beschäftigt.

In NK sehe ich ein bipolares Frauenbild: Einerseits Karrierefrauen, die „alles unter einen Hut bringen“ wollen/müssen, andererseits Hausfrauen, die dieses sein müssen oder wollen. Dazwischen ist alles möglich. Dazwischen hat alles seine Berechtigung. Aber: Eine Gleichberechtigung zwischen Hausfrauen (gekoppelt mit einer 100% finanziellen Abhängigkeit vom Mann) und deren alleinverdienenden Ehemännern kann es aus meiner persönlichen Sicht jedoch nicht geben, denn „wer zahlt, schafft an!“. Aus diesem Grund wäre eine (gesellschaftliche) Aufwertung und (finanzielle) Abgeltung des Hausfrauen- u Mutterdaseins dringend notwendig. Dieses ist jedoch wegen der viel zu hohen Gefahr des „Plünderns unserer Sozialtöpfe“ nicht möglich; es scheitert demnach an der Finanzierbarkeit, denn auch in Mitteleuropa wächst das Geld nicht auf den Bäumen. Ein unauflösbares Paradoxon bleibt somit.

Doch: Gedenktage schärfen die Sinne, denn „Gender-Pay-Gap“ oder „gläserne Decke“ sind inakzeptabel. Punkt. Weiterkämpfen, bis es klappt.

Ansonsten: Es gibt hier viele tolle Frauen, die viel leisten und „die Gesellschaft mit ihrem Rückgrat formen“. Dafür lieben wir sie, die wunderbaren Frauen. Wenn auch dieses „unauflösbare Paradoxon“ mit der Gleichberechtigung bleibt, so wünsche ich Euch doch einen herrlichen Frauentag.

Autor:

Regina Elisabeth Danov aus Neunkirchen

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