Urteil am Landesgericht Wiener Neustadt
Beliebter Schneebergwirt als Bankräuber: Sieben Jahre Haft

Der Angeklagte (l.) mit seinem Anwalt Nikolaus Mitrovits vor Prozessbeginn.
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  • Der Angeklagte (l.) mit seinem Anwalt Nikolaus Mitrovits vor Prozessbeginn.
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Sieben Jahre hat man ihn gesucht.
Sieben Jahre muss er nun dafür sitzen.

BEZIRKE NEUNKIRCHEN UND WIENER NEUSTADT. Am Landesgericht Wiener Neustadt musste sich heute, Donnerstag, der 40-jährige ehemalige Gasthausbetreiber Bernhard W. wegen mehrfachen Bankraubes verantworten (Richterin Andrea Rosensteiner, Staatsanwalt Erwin Blümel).
Die Anklage warf dem Mann vor, er habe im Dezember 2012 die Raika Wimpassing überfallen (Beute 12.600 Euro), im Jahre 2013 gleich zwei Mal die Raika St. Egyden (91.000 Euro und 38.000 Euro), im März 2013 sei er bei einem Raubversuch in der Raika Theresienfeld gescheitert und in Oberösterreich habe er bei zwei Überfällen insgesamt 12.000 Euro erbeutet. In den meisten Fällen war ein Messer als Drohung mit im Spiel.

Finanzielle Probleme

Das Tatmotiv für sämtliche Verbrechen war klar: Ständige Geldsorgen, Ausweglosigkeit in der Schuldenrückzahlung.
Vor Gericht war der Mann, verteidigt von Nikolaus Mitrovits (Kanzlei Kosch & Partner) wie bereits bei seinen Polizeiaussagen voll geständig. Er habe 2011 den Touristik-Betrieb seines Vaters am Schneebeerg mit Schulden übernommen, eine Renovierung und Investitionen, damit die Auflagen der Behörden erfüllt werden können, hätten ihn in große finanzielle Schwierigkeiten gebracht. Der Familie verschwieg er die Misere, so drehte sich das Schuldenkarussell schneller und schneller, ständig forderten Baumeister, Banken und Lieferanten Geld. 

Mit diesem Phantombild wurde der Bankräuber gejagt.
  • Mit diesem Phantombild wurde der Bankräuber gejagt.
  • Foto: LPD NÖ
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"Ich wusste nicht mehr weiter", erklärte der Angeklagte, so begann die verbrecherische Serie. Mal erfolgreich ´wie im Falle St. Egyden, mal peinlich wie in Theresienfeld, wo er, als sich die Kassierin und ein Passant entgegen stellten, das Weite suchte. W. beteuerte: "Ich wollte nie jemanden verletzen." Was er physisch nicht tat, jedoch hatten die überfallenen Bangangestellten lange Zeit mit psychischen Folgen zu kämpfen. Eine Zeugin: "Noch heute habe ich Angst, wenn ein schwarz gekleideter Mann zum Bankomat kommt."
W. entschuldigte sich bei den Betroffenen, man nahm es ihm ab, dass er kein eiskalter Bankräuber war. Natürlich, ein Bankraub ist - so formulierte es Staatsanwalt Blümel - "die schwerste Form der Eigentumskriminalität", mit dem Urteil - sieben Jahre Haft - konnten jedoch alle leben. Rechtskräftig.

Am Rande: Der Mann konnte erst sieben Jahre später überführt werden, als er bei einer Übersiedelung die gestohlenen Fluchtkennzeichen im Keller der alten Wohnung vergessen hatte...
Was folgte war ein umfangreiches Geständnis: "Ich habe jahrelang auf diesen Tag gewartet."

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