Start der Serie: Unsere Hoida, unsere Almen
Dem Himmel so nahe auf der Marienseer Schwaig

Sennerin Ines Holzer und Almobmann Karl Schabauer
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  • Foto: Martin Schneider
  • hochgeladen von Nikola Fetti

Start der Serie: In diesem Sommer besuchen die BEZIRKSBLÄTTER vier Almen in Niederösterreich. Wir zeigen, was ein "Hoida" (Halter der Kuhherde) macht, was unsere Bauern zur Erhaltung der Natur beitragen und was wir Wanderer von einem Besuch hoch droben haben.

BEZIRK NEUNKIRCHEN. Ein idyllisches Fleckchen Erde ist sie, die Marienseer Schwaig im Bezirk Neunkirchen. Hier oben auf 1478m scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Wohin man auch blickt, Flora und Fauna laden zum Verweilen und Genießen ein. Damit auf der Alm alles reibungslos abläuft und für Besucher zum Erlebnis erster Klasse wird, braucht es Menschen, die sich voll und ganz dem Almbetrieb und den damit verbundenen Aufgaben widmen. Solch ein engagiertes Team findet man auch auf der Marienseer Schwaig. 

Herzblut und Verantwortung

Karl Schabauer bekleidet seit 2013 das Amt des Obmannes der Marienseer Schwaig und sorgt dafür, dass hier alles mit rechten Dingen zugeht und dass alle Rinder ordnungsgemäß gemeldet sind. Schabauer ist selbst passionierter Kuhbauer und weiß, dass die Arbeit mit dem lieben Vieh viel Hingabe erfordert: „Man muss viel Herzblut investieren. Man kann da nicht jede Stunde in Geld umrechnen. Man muss es mögen, denn anders geht das nicht." Obwohl er unten im Tal in der Milchproduktion tätig ist, treibt auch er Jahr für Jahr seine Jungtiere auf die Marienseer Schwaig. Doch wer kümmert sich um die Tiere auf der Alm?

„Oben gibt es einen Hoida, also einen Halter, der für 270 Mütterkühe und Kälber aus drei Bundesländern - Niederösterreich, der Steiermark und dem Burgenland - verantwortlich ist.", so der Obmann.  „Außerdem haben wir eine Sennerin, die die Hütte betreibt und dem Hoida teilweise auch mit den Tieren hilft. Unser Weidegebiet ist wirklich groß.“ 

So groß, dass es von Zaunmaterial von insgesamt 20km Länge umfasst wird. Die Rinder sollen es auf der Alm schließlich ebenso paradiesisch schön haben wie all die Wanderer und Besucher, die hierher kommen, um dem Himmel ein Stückchen näher zu sein, den Sorgen des Alltages zu entfliehen, und die Seele baumeln zu lassen. Auch passionierte Mountainbiker nutzen die für sie geschaffene Route Richtung Marienseer Schwaig sehr gerne.
Besucher sollten jedoch nicht vergessen, dass all dies nicht möglich wäre, gäbe es nicht Menschen, die sich voll und ganz ihrer Arbeit verschrieben haben. „Die Almarbeit ist nicht immer lustig. Bei jedem Wetter muss man sich um die Tiere und die Alm kümmern.“, so Schabauer.

Zurück zur Heimat

Leider hat das Coronavirus auch jenseits der Täler seine Spuren hinterlassen. Erst allmählich kommen wieder mehr Besucher auf die Alm und die vielen Regenschauer und Gewitter der vergangenen Wochen haben die Situation nicht gerade positiv beeinflusst. Jedoch hat sich durch die Pandemie nicht nur die Gestaltung von Urlauben und Ausflügen geändert, sondern auch das Einkaufsverhalten der Österreicher.

Karl Schabauer weiß, dass das Bewusstsein der Konsumenten nun wieder in die richtige Richtung geht.
Zu Beginn der Pandemie sah dies jedoch etwas anders aus, schließlich dominierten die Hamsterkäufe in den Supermärkten: „Die Quantität war den Konsumenten wichtig. Die Qualität dabei relativ egal.“, bedauert Schabauer den noch im Frühjahr vorherrschenden Zustand in den österreichischen Supermärkten. 

Zum Glück wissen die meisten Menschen jedoch gute und ehrliche Fleischproduktion zu schätzen. Die Bauern der Region und das Team der Marienseer Schwaig legen Wert auf Nachhaltigkeit und artgerechte Haltung. Diese Philosophie spiegelt sich auch in der Speisekarte der hiesigen Almhütte wider, wo auf regionale Produkte gesetzt wird. 

Junges Blut auf der Marienseer Schwaig

Mit Herz und spritzigem Charme betreibt Jungsennerin Ines Holzer seit heuer die Almhütte auf der Marienseer Schwaig. Die 29-Jährige erfüllt sich damit einen ganz großen Traum. „Ich bin einfach gern auf der Alm. Extrem gern. Das war ich schon immer. Und jetzt ist einfach mein Traum in Erfüllung gegangen und ich darf endlich auf der Alm sein.“, so Holzer.  
Die gelernte Restaurantfachfrau sorgt hier für das leibliche Wohl der Wanderer und Besucher. Besonders am Wochenende beginnt ihr Tag sehr früh. Morgenstund hat schließlich Gold im Mund. Und die Gäste, die am Wochenende bei ihr einkehren, können sich über ihren Schweinebraten mit Knödeln und Kraut freuen. Die Hütte ist während der Saison jeden Tag geöffnet und die ganze Woche über kann man sich mit kalten Jausen stärken. Längst kein Geheimtipp mehr sind aber auch die Mehlspeisen, die Holzers Mutter mit viel Liebe für hungrige Wandersleute zubereitet.
Während andere auf Urlaub fahren, ist sich die Sennerin sicher, hier ganz zu sich zu kommen: „Ich brauche nirgends auf Urlaub hinfahren, weil ich hier meinen Urlaub habe. Es gibt nichts Schöneres. Gar nichts.“ Und wer auf die Marienseer Schwaig kommt, wird schnell feststellen, dass sie damit recht hat.

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