MITEINANDER "ER-LEBEN" BRAUCHT KEINEN INTEGRATIONSAUFTRAG

32Bilder

Wenn wir über Integration reden, meinen wir manchmal, dass den Alteingesessenen das Land gehört und sich die anderen, die von auswärts gekommen sind, gefälligst unterzuordnen haben.
Das ist aus der Perspektive derer, die schon immer da waren, durchaus verständlich, ist aber keine zielführende Sichtweise. Vernünftige und verantwortungsbewusste Menschen werden in einem Land, dass ihnen eine neue Bleibe und Heimat bietet, ohnehin nicht gleich die Unterschiede in Kultur, Glauben und Mentalität herausstreichen und breittreten oder gar einen Konfrontationskurs einschlagen.
Natürlich gibt es dabei auf beiden Seiten „schwarze“ Schafe, keiner ist besser als der andere, aber das sollte nicht ausschlaggebend sein, nicht überbewertet werden und keinesfalls die keimende Pflanze am Wachsen hindern.
Es ist nämlich wesentlich interessanter, Gemeinsamkeiten zu erkunden, die Menschen in ihrer nicht immer einfachen Situation zu sehen, ihnen Wertschätzung entgegen zu bringen und ihr Anders-Sein nicht zu verurteilen. Das beweisen mittlerweile viele gemachte gute Erfahrungen.

Der islamische Kultusverein ATIB in Ternitz, Bürgermeister und Vertreter der Stadtgemeinde Ternitz, der Pfarrgemeinderat der Herz-Jesu-Pfarre in Ternitz und der gemeinnützige Verein SCHWARZATALER SOCIAL CLUB gehen hier schon einen gemeinsamen und guten Weg, auch wenn natürlich überall dort, wo gehobelt wird, immer wieder Späne fallen werden.

Es ist aber ein großer Unterschied, ob man immer nur das Trennende und Schlechte hervorhebt und breittritt, oder das Gemeinsame und Gute sieht und fördert.
Nach einer Einladung des Vereins ATIB zum Fastenbrechen am Ende des Ramadan im Vorjahr und einer überaus menschlichen, herzlichen und gelungenen anschließenden Feier folgte nun die Gegeneinladung zur Speisenweihe im Rahmen von Ostern, dem größten Fest der christlichen Welt.

Am Karsamstag wohnte eine Delegation der islamischen Kultusgemeinde ATIB unter der Leitung des Imams von Ternitz und des Imams von Bad Vöslau und Koordinator Mustafa Polat dieser christlichen Feier in der Herz Jesu Kirche bei und anschließend gab es im Pfarrzentrum eine kurze Zusammenfassung des Wesentlichen im christlichen Glauben durch Diakon Christian Kainrath und eine Agape, was übersetzt „Liebesmahl“ bedeutet.

Bürgermeister Landtagsabgeordneter Rupert Dworak bedankte sich in seiner Willkommensrede für den von beiden Seiten eingeschlagenen guten Weg und beide Imame fanden sehr berührende Worte der begonnenen Gemeinsamkeit.

Sehr ergreifend war der Impuls eines jungen muslimischen Freundes, der spontan in deutscher Sprache seinen Gefühlen überzeugend Ausdruck zu verleihen mochte und jeder der Anwesenden verstand seine Sprache des Herzens.

PGR Vorsitzender Thomas Huber sieht in dieser Art des Aufeinander-Zugehens eine gute und tragfähige Perspektive für die Zukunft. Nicht Integration, nicht Assimilation sind notwendig sondern gegenseitiges Verständnis, Akzeptanz und Toleranz um eine für beide Seiten bekömmliche Art des Zusammenlebens zu finden. Denn es geht nur um ein gutes Miteinander, und dazu bedarf es keiner Verordnung von oben, sondern in erster Linie guten Willen!

Die Gespräche an diesem Nachmittag und Abend waren sehr liebevoll, getragen von gegenseitiger Wertschätzung und alle waren einhellig der Meinung, dass dies mit Sicherheit nicht das letzte Zusammentreffen der – aus christlicher Sicht - besonderen österlichen Art war.

Wir wünschen unseren muslimischen Freunden zu diesem denkwürdigen Osterfest alles, was für sie an Gutem vorbereitet und für ihr geistiges und körperliches Wohlbefinden zuträglich ist.

Wir alle sind Menschen und haben ein und dasselbe Ziel: Friedliche Koexistenz in Hochachtung voreinander. Warum also dieses Ziel nicht miteinander realisieren? In Ternitz sind schon die ersten Schritte getan und wir gehen gemeinsam weiter.

Günther Schneider
SCHWARZATALER SOCIAL CLUB

Autor:

Günther Schneider aus Neunkirchen

following

Du möchtest diesem Profil folgen?

Verpasse nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melde Dich an, um neuen Inhalten von Profilen und Bezirken in Deinem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Weitere Beiträge aus dem Bundesland

Lokales
[f]Blicken dynamisch[/f] nach vorne: Bürgermeister Reinhard Resch, Stadtmarketing Geschäftsführer Horst Berger, Vizebürgermeister Erwin Krammer

Stadtmarketing Krems
Horst Berger stellt seine Pläne für die Stadt Krems vor

KREMS. "Alle freuen sich auf Horst Berger", erklärt Stadtchef Resch. Diese Enscheidung für Horst Berger als neuen Geschäftsführer des Stadtmarketings Krems fiel einstimmig aus. "Zuerst mit den Partnern reden, Problemfelder aufgreifen und das Potential feststellen", nennt Berger seine ersten Arbeitsschritte. Sein Ziel ist es die Stadt Krems als Perle europaweit bekannt zu machen. Außerdem soll Krems als schöne und moderne Marke positiv für Besucher und als Indifikation für die Bewohner stehen....

Motor & Mobilität

Der aktuelle Gebrauchtwagen-Check vor Ort
Welche Gebrauchte sind gefragt und was hat sich geändert

Wohin gehen die Trends am Gebrauchtwagenmarkt und wie sieht es mit dem "Diesel aus". BEZIRK. Zum großen Gebrauchtwagenspezial haben die Bezirksblätter Gmünd beim Autohändler Weiss in Schrems recherchiert. Wenn es um den Autokauf geht, halten sich der Neuwagen- und Gebrauchtwagenkauf ziemlich die Waage und bei beiden sind momentan sehr gute Verkaufszahlen zu erzielen. Die Tendenz bei den Gebrauchtwagen geht in die Richtung SUV und Crossover. Ob Jung oder Alt, der höhere Einstieg scheint beim...

Lokales
Direktor Michael Hörhan mit einigen Kooperationspartnern und Schülern der Tourismusschule.
2 Bilder

Regionalität in Tourismusschule
Tourismusschule in St. Pölten setzt auf Region

ST.PÖLTEN. "Ich bin nie der beste Koch gewesen. In der ersten Kochstunde habe ich mich sechs Mal geschnitten", erinnert sich Lukas Renz an seine Anfänge in der Tourismusschule (TMS) des WIFI. Der junge Gründer des In-Getränks "Bärnstein" ist nur einer von vielen heute erfolgreichen Absolventen der TMS. Die Qualität der Ausbildung ist gleich gebleiben, doch das immer schon vorhandene Regionale wird heute mehr ins Zentrum gerückt. "Diese Dinge sind das A und O im Bereich der Gastronomie",...

Lokales
Jennifer Gründwald trainiert fleißig, damit ihr Körper wieder Kraft bekommt. Ihre Spende ist für ein Heim-Trainingsgerät.
6 Bilder

Wir helfen
Wir helfen im Februar: Trainingsgerät für Jennifer, die gegen ihre Spastik kämpft

Ihre Spende für einen Aktiv-Passiv-Heimtrainer für Jennifer Grünwald (28) NÖ/GRAFENWÖRTH. "Ich bin Spastikerin und linksseitig etwas gelähmt. Aber ich will eigenständig leben und wieder arbeiten, das ist mein Ziel." Jennifer Grünwald (28) ist eine starke junge Frau. Doch leicht hat sie es in ihrem Leben nicht. Schon ihre Geburt war schwierig. "Ich hatte schon immer gesundheitliche Probleme. Aber 2014 ist dann alles ausgebrochen: Taubheit, Nerven eingeklemmt, Anfälle." Damit war auch ihr...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.