21.11.2017, 09:58 Uhr

Bergrettung rettete zwei Wanderer aus Schneehölle

Bei 80 km/h Wind, Schneetreiben und Nebel stiegen die Bergretter zur Fischerhütte auf. (Foto: Simon Frank / ÖBRD Puchberg)

Einsatz am Schneeberg: Sturm überraschte zwei Wiener (35+36)

Bergretter begleiteten Wanderer-Duo am Montag ins Tal. Einsatzleiter Gerhard Lesch: "Ich würde auch jetzt (Dienstag, 21. November – Anm. d. Red.) freiwillig nicht rauf gehen."

BEZIRK NEUNKIRCHEN. "Ein glückliches Ende fand am Montag eine Wanderung für zwei Wiener. Nach einer unfreiwilligen Nacht auf der Fischerhütte konnten die beiden bei Sturm und Nebel von der Bergrettung ins Tal gebracht werden", berichtet Anna-Maria Walli von der Landesorganisation der Bergrettung.

Notruf gewählt

Die beiden Freunde stiegen am Sonntag über den Wurzengraben auf den Schneeberg auf. Sie erreichten die Fischerhütte am Nachmittag. Da Nebel Sturm und Schneetreiben ihnen den Rückweg unmöglich machte, riefen sie kurz vor Einbrechen der Dunkelheit über den Alpinnotruf 140 die Bergrettung Puchberg. Einsatzleiter Gerhard Lesch: "Vernünftigerweise haben die zwei die Bergrettung angerufen. Ich riet ihnen, die Nacht im Winterraum der Fischerhütte zu verbringen. Wir haben dann abends und morgens noch einmal telefoniert. Sie meinten am Morgen, sie werden es versuchen, abzusteigen."

Schnee und Eis

Doch das war leichter gesagt als getan. Der etwa 80 km/h starke Sturm trieb Eis und Schnee waagrecht vor sich her. Lesch: "Man sah nichts, bekam nur die Eiskristalle ins Gesicht." Die Retter fuhren mit dem Einsatzfahrzeug bis zur Haltestelle Baumgartner, zu welcher die Zufahrt mit dem Auto gerade noch möglich war um von dort aus weiter zu Fuß zu den Männern aufzusteigen. Die Bergretter trafen die Wiener in der Fischerhütte an und geleiteten sie sicher ins Tal.

"Waren alpin erfahren"

"Wenn man sich dort oben nicht auskennt oder nur ein paar Mal dort war, kann man sich unmöglich orientieren, wenn die Sicht weg ist. Du kannst drei Meter neben der Fischerhütte vorbei gehen ohne die Hütte zu sehen! Es ist gut, dass die Beiden uns gerufen haben", gibt der Einsatzleiter der Bergrettung Puchberg zu bedenken.
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