17.10.2014, 16:29 Uhr

Ein Team, das zuhört

Rot Kreuz-Bezirkskommandant Neunkirchen, Walter Grashofer mit Kriseninterventionsteam-Mitarbeiterin Sonja Stoifl.

In Sonja Stoifls Rucksack sind ein Teddybär und Kekse. Sie selbst kommt, wenn jemand stirbt – und tröstet.

Per SMS wird Sonja Stoifl alarmiert, wenn jemand ein Schock-Erlebnis verarbeiten muss – einen Unfall, einen Selbstmord. Die 35-Jährige ist vom Kriseninterventionsteam.

Oft auf den Schienen

Walter Grashofer, Rot Kreuz-Bezirkskommandant: "Die ÖBB fordern uns bei Unglücken im Bereich von Gleisanlagen automatisch an." Selbst die Exekutive greift oft auf das Kriseninterventionsteam zurück, etwa wenn Todesnachrichten überbracht werden.
Stoifls einprägsamstes Erlebnis war "als auf der Autobahn eine Person in die Psychiatrie Richtung Wien gebracht worden ist und während der Fahrt ausgestiegen ist und von anderen Autos überrollt worden ist. Danach habe ich den Fahrer betreut", so die Krankenschwester. In ihrem Job gilt es zuzuhören. Und wer hört ihr zu? Stoifl: "Man spricht mit Kollegen, dem Teamleiter, oder, wenn es notwendig ist, in einer Supervisionsstunde."

Zum Kriseninterventionsteam

Das Kriseninterventionsteam Neunkirchen-Gloggnitz besteht aus 8 Mitarbeitern. Wer ins Kriseninterventionsteam will, kann nach einem Auswahlverfahren in Tulln (auch mit psychologischen Tests) mit einem mehrmonatigen Kurs beginnen, der mit einem Test abgeschlossen wird. 2013 wurden vom Kriseninterventionsteam 1.023 Kilometer zurückgelegt, 32 Einsätze absolviert und dabei 77 Personen betreut. Insgesamt wurden 141 Stunden aufgewendet. Infos zur Mitarbeit unter: office@rk.neunkirchen.at oder 0664/3214040.
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