05.09.2014, 00:00 Uhr

Finger weg von den Millionen

Gerhard Windbichler (AKNÖ) warnt vor dem neuen Millionen-Schmäh.

Vorsicht: Eine Sophia Omar spielt mit der Gier und Gutmütigkeit der Mail-Empfänger.

BEZIRK. Schenkt man den Zeilen einer gewissen Sophia Omar von der Elfenbeinküste in Afrika Glauben, können jetzt 2,1 Millionen US-Dollar verdient werden.
Die angeblich 22-Jährige soll plötzlich Waise sein und über ein beträchtliches Vermögen in der Höhe von 10,500.000 US-Dollar verfügen. Das heißt, noch nicht ganz. Denn bei einer, nicht näher ausgeführten, Aktion, benötigt die junge Afrikanerin Hilfe. Sie schreibt ein wenig unverständlich: "(...) zeigen Sie Ihr Interesse per Antwort zurück zu mir, so dass ich Ihnen die nötige Informationen und Details über das weitere Vorgehen zu liefern (...)."
Wer darauf einsteigt, kann angeblich mit 20 Prozent ihres Vermögens rechnen. Schneller Reichtum also ganz ohne Haken?

"Hilferuf ist nicht echt"

Nicht ganz. "Der Hilferuf ist nicht echt. Das zeigt sich auch bei dem Text. Der entstammt einem schlechten Übersetzungsprogramm", warnt Gerhard Windbichler von der Arbeiterkammer in Neunkirchen im Gespräch mit den Bezirksblättern. Wie er darauf kommt, wo doch mit keiner Silbe Geld verlangt wird? Windbichler: "Das kommt schon noch. Der Empfänger wird gebeten, Kontakt aufzunehmen. Und dann fallen plötzlich Kosten für einen Notar oder Kontoformalitäten an. Wer überweist, sieht sein Geld nie wieder."

Eine einfache Falle

Das Prinzip der Falle per Email ist simpel: Es wird mit der Gutmütigkeit oder der Gier von Menschen gespielt. Windbichler: "Bitte nie auf einen Hilferuf per Mail reagieren. Menschen, die wirklich Probleme haben, sollte man persönlich kennen und auch da nicht auf Mails vertrauen. Denn diese können gehackt werden." Vorsicht sei laut Windbichler auch geboten, wenn unbekannte ausländische Banken vorkommen. Die seien bei fingierten Millionen-Geschäften nämlich verdächtig häufig angeführt.
Ob und wie viele Leute aus dem Bezirk auf das Mail von Sophia Omar angesprungen sind, könne derzeit nicht beantwortet werden. Windbichler: "Die Sache ist noch zu frisch."
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Reinhard Picher aus Neunkirchen | 05.09.2014 | 20:33   Melden
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