05.03.2015, 18:02 Uhr

Hier speiste auch Otto Schenk

Er liebte die Leber, wir probierten andere Haselbacher-Spezialitäten.

SCHOTTWIEN. Unsere jüngste Genusstour führte meine süßspeisenveresessene Gattin und mich ins kleine Schottwien. Wir hatten im neuen Vitus-Stüberl des Hauses reserviert. Dieses Stüberl (benannt nach dem Schutzpatron der Geisteskranken und Gastwirte) hebt sich deutlich vom rustikalen Charme des Gastzimmers ab. Dafür stand an der Bar zur späteren Stunde der Bürgermeister, der – wie wir erfahren sollten – höchstpersönlich den Saibling filetiert hat. Man kann also guten Gewissens behaupten, dass hier der Bürgermeister für den Bürger arbeitet :-)
Zum Einstand genossen wir ein Gläschen Prosecco (2,90 €). Bei den Vorspeisen waren wir ein wenig unschlüssig, zumal wir hier doch ein paar Leckerbissen vorfanden, die in Speisekarten anderer gutbürgerlicher Gasthäuser Mangelware sind. Und weil wir so unentschlossen waren, probierten wir beide ein Geflügelparfait (5,50 €) und die Rote Rübensuppe (3,80 €), gefolgt vom Hirschrückensteak (15,20 €) und dem Saibling (15,20 €), der ausnahmsweise zu haben war.
Das Süppchen bekam durch die Roten Rüben eine ganz spezielle, leicht säuerliche Note. Das Geflügelparfait war sehr würzig, leicht pfeffrig. Pistazien dekorierten das Parfait. Üppig und einwandfrei. Bravo, Küchenchef!

Genussduell: Fisch vs. Hirsch

Der Saibling meiner liebsten Gattin war gut gebraten, innen noch glasig. Das Püree war definitiv selbst gemacht, das Gemüse bissfest. Zwei Daumen nach oben. Mein rosa gebratenes Hirschrückensteak stand dem Fisch um nichts nach. – Also unentschieden. Das Fleisch profitierte zusätzlich von den Pilzen und den Weichseln. Aber Vorsicht: nicht jeder mag die Kombination süß und deftig. Der Wirt beriet uns gerne in Sachen Weinbegleitung. Wir entschlossen uns schließlich, den einen oder anderen Welschriesling (2,60 € pro Achterl) bzw. eine Cuveé (2,90 € pro Achterl) dazu zu trinken. Auf das süße Finale hatte sich meine süßspeisenversessene Gattin bereits gefreut. Und das, obwohl wir ohnehin gut angefüttert wurden. Kurz gesagt: andere Lokale machen aus einem solchen Kastanienreis-Dessert (5,20 €) glatt zwei Portionen. Und die Rotweinbirne mit Eis (5,20 €) war eine willkommene Abwechslung zu den gerne servierten Torten und Kuchen.
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christian Schartmüller aus Neunkirchen | 23.03.2015 | 20:00   Melden
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