06.11.2016, 00:00 Uhr

In der Brieftasche waren 20.000 Schilling

Vor 50 Jahren am 11.11.1966 im Schwarzataler Bezirksboten.

BEZIRK NEUNKIRCHEN. Einen nicht alltäglichen Fund machten am 30. Oktober zwei Buben aus Grünbach. Sie fanden eine Brieftasche, in der sich zwanzig blaue Geldscheine befanden.
Der 13-jährige Peter Muhr und der 12-jährige Walter Nebral gingen gegen 10 Uhr in das WC der Pfarrkirche Grünbach. Als sie in der Klosettmuschel eine Brieftasche liegen sahen, fischten die Buben diese heraus. Wie groß war ihr Erstaunen, als sie die Brieftasche öffneten und das viele Papiergeld sahen.
Ohne das Geld zu zählen, liefen Peter Muhr und Walter Nebral sofort zur Gendarmerie und gaben dort ihren Fund ab. Dabei stellte sich dann heraus, dass sich in der Brieftasche genau 20.200 Schilling befanden. Da keinerlei Papiere in der Brieftasche waren, die auf den Besitzer schließen ließen, wurde das Geld einstweilen von den Gendarmeriebeamten in Verwahrung genommen.
Zwei Tage nach dem Vorfall kam der 83-jährige Rentner Johann H. aus Schrattenbach ganz außer sich zum Gendarmerieposten und meldete den Verlust seiner Brieftasche samt Inhalt. Er hatte am 30. Oktober das WC in der Pfarrkirche aufgesucht, und dabei war ihm, ohne dass er es merkte, die Brieftasche in die Muschel gefallen. Überglücklich konnte er sein Geld wieder in Empfang nehmen.
Volle Anerkennung gebührt aber den beiden Buben, die durch ihr Verhalten wieder einmal bewiesen haben, dass die Jugend besser ist, als es manche Kreise darzustellen versuchen. Das Verhalten von Peter Muhr und Walter Nebral, die selbstverständlich ihren wohlverdienten Finderlohn erhielten, kann auch so manchem Erwachsenen als Vorbild dienen.

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