11.09.2016, 11:00 Uhr

Krisengipfel nach jugendlichen Raufereien und Morddrohung

Im Café Nove: Das Gesprächsklima war aufgeheizt von den Vorfällen der Vergangenheit.

Die Gewalt unter Jugendlichen in Ternitz eskaliert. Im Zentrum der Anfeindungen steht ein 15-Jähriger.

BEZIRK NEUNKIRCHEN. Als die Bezirksblätter auf www.meinbezirk.at von den handfesten Auseinandersetzungen zwischen einem 15-jährigen Burschen aus Äthiopien und "Ur-Ternitzern" berichteten, gingen die Wogen hoch.
In einer Aussprache mit betroffenen Eltern im Beisein von SPÖ-Bürgermeister Rupert Dworak kam herüber, dass der 15-Jährige der Aggressor sei. So schrieb der Bursche einem 16-Jährigen eine Morddrohung und lauerte gemeinsam mit anderen Halbstarken anderen Jugendlichen vorm Freibad auf.

Schwitzkasten und Schlag

Im Vorfeld haben sich aber auch ganz andere Szenen abgespielt. Dem Bürgermeister erzählte der Äthiopier, dass er von den anderen immer gehänselt werde. Zweimal musste der 15-Jährige, der vom Verein B-Engel betreut wird, auch schon einstecken. So nahm ihn ein Teeni in den Schwitzkasten. Und von einem anderen Jugendlichen soll der schmächtige Bub geschlagen worden sein. – Ein Vorfall, den Doris Rehling vom Verein B-Engel auf Bezirksblätter-Anfrage bestätigte. Der 15-Jährige wurde daraufhin auch im Spital behandelt.
Auf der anderen Seite berichten Eltern: "Dass Freunde des 15-Jährigen vor unserer Wohnung standen und die Türe eintreten wollte", schildert die Mutter des Jungen aufgebracht.

"So kann's nicht weitergehen"

Für Johann Hennenfeind aus Sieding unhaltbare Zustände: "Ich verstehe das nicht. Das war in meiner Jugend nicht so. So kann es auch nicht weitergehen in Ternitz."
Nachdem sich Stadtchef Rupert Dworak am 29. August die Bedenken der Eltern und ihrer halbwüchsigen Kinder angehört hatte, lud er den Äthiopier zur Aussprache Gespräch zu sich. Der Bürgermeister: "Er ist sehr geknickt da gesessen. Ich habe ihm seine Zukunft vor Augen geführt und wo das endet – in der Kriminalität. Er meinte, er wird von anderen Jugendlichen immer voraus geschickt."
Dworak appelliert an alle Bürger, die bedroht werden, den Polizei-Notruf 133 zu wählen. "Die öffentliche Sicherheit ist nicht Aufgabe der Stadtgemeinde", erklärt Dworak.
Die Lage in Ternitz schaukelt sich weiter auf. Inzwischen wird die Familie des 15-jährigen Äthiopiers vom Umfeld ausgeschlossen. Eltern lassen ihre Kinder nicht mehr mit den kleinen Kindern der Flüchtlingsfamilie spielen.

Securitys und Polizei

Unabhängig davon will Dworak nach dem Angriff auf einen Bademeister im Freibad "blub" am 28. August nun wieder Securitys im Freibad einsetzen. "Und zwar zwei Mann. Außerdem hatte ich am 5. September ein Gespräch mit Bezirkspolizei-Kommandant Johann Neumüller und dem Ternitzer Polizeichef Karl Ofenböck. Der Park wird künftig auch überwacht", so der Bürgermeister.

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