28.09.2017, 19:10 Uhr

Nur die Horror-Clowns waren echt

Bezirkspolizeikommandant Neumüller: Ermittlungen abgeschlossen.

Polizei-Ermittlungen ergaben: Mädchen (13) wurden nicht sexuell belästigt oder bedroht.

Von wegen zwei Mädchen (13) wurden von einer Bande begrapscht und mit dem Messer bedroht: Sowohl der Vater eines Mädchens als auch die Kinder selbst sind überrascht über die Online-Hetze.

BEZIRK NEUNKIRCHEN. Hohe Wellen schlugen Zeilen, die auf einer Social Media Plattform kursierten. Demnach sollen zwei Mädchen (beide 13 Jahre) von zehn Jugendlichen – angeblich Ausländer – in der Neunkirchner Triesterstraße eingekreist, an den Brüsten begrapscht und mit dem Messer bedroht worden sein. Zwei Jugendliche sollen als Horrorclowns verkleidet gewesen sein.

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Mit 1. Oktober strafbar

Zwar bestätigte Bezirkspolizeikommandant Oberstleutnant Johann Neumüller gegenüber den Bezirksblättern, dass es am 23. September, kurz nach 20 Uhr, tatsächlich einen Vorfall mit zwei Mädchen in der Triesterstraße gab. Die Geschichte mit dem Messer und der sexuellen Belästigung war dem Polizei-Offizier allerdings neu und sollte sich später auch als (bewusste) Falschmeldung herausstellen.

Überraschung über Fake-News

Nachdem die Bezirksblätter Neumüller mit dem Online-Posting konfrontierten, wurden weitere Ermittlungen losgetreten. Binnen weniger Stunden wurden sowohl der Vater eines der Mädchen als auch die beiden 13-Jährigen abermals von der Polizei befragt. Dabei zeigten sich die Beteiligten von dem Online-Eintrag überrascht. Eine sexuelle Belästigung oder Bedrohung mit einem Messer habe nie stattgefunden.
Von der Social Media-Räuberpistole übrig geblieben ist lediglich, dass sich zwei Jugendliche einen Spaß daraus machten, zwei 13-jährige Mädchen als Horror-Clowns zu erschrecken. Neumüller: "Das Anti-Gesichtshüllenverbot tritt erst mit 1. Oktober in Kraft. Davor ist das Tragen von solchen Clownmasken zwar nicht lustig, stellt aber noch keinen Delikt dar." Ab 1. Oktober müssen solche Scherzkekse allerdings unter anderem mit Geldstrafen von bis zu 50 Euro rechnen. Die besagten Horrorclown-Masken wurden laut Neumüller übrigens nicht sichergestellt.
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Hildegard Kruckenfellner aus Neunkirchen | 29.09.2017 | 15:05   Melden
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