10.10.2017, 18:14 Uhr

Smombie ging im Blindflug voll k.o.!

Ganz schön riskant: Smsen am Steuer kann gewaltig ins Auge gehen und ein ordentliches Loch ins Börsel reißen. (Foto: RAXmedia)

Die Bezirksblätter schauten sich nach den größten Gefahrenquellen für Handy-Junkies im Bezirk um und fanden die größten Gefahrenquellen für Handy-Junkies - Verkehrszeichen. -

BEZIRK NEUNKIRCHEN (bs). In St. Pölten wurde Niederösterreichs erster Airbag um eine Laterne montiert. Hintergrund - Smartphone-Zombies aka „Smombies" sollen vor schmerzhaften Kollissionen geschützt werden. Die Aktion des Kuratoriums für Verkehrssicherheit hat einen ernsten Hintergrund: Im Jahr 2016 gab es 1.560 Unfälle mit Fußgängern im Straßenverkehr durch Ablenkung, 16 Personen starben.


Eine Narbe fürs Leben

Moni trägt die Folgen ihrer smombischen Unachtsamkeit auf der Stirn. Eine tiefe Narbe erinnert an die schmerzhafte Kollision mit einem Verkehrszeichen in der Neunkirchner Innenstadt. "Ich kam aus dem Flavour und wollte noch rasch mein Facebook checken. Da krachte es plötzlich und ich sah nur noch Sterne, war k.o.", schildert die 23-Jährige ihre Begegnung der schmerzhaften Art, "Ich war so in meinen Facebook-Account vertieft, dass ich voll in die Tafel reingelaufen bin." Die Narbe auf der Stirn erinnert Moni bei jedem Blick in den Spiegel daran, nicht vom Handy hypnotisiert wie ein blindes Hendl durch die Gegend zu rennen.

Tipps für Tagträumer

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) rät SMS- und Social-Media-Checkern, Beim-Gehen-Essern, Musikhörern und Tagträumern:
• Höchste Konzentration, vor allem beim Queren von Straßen bzw. Kreuzungen, auch auf Wegen, die man in und auswendig kennt.
• Stopp- und Aufmerksamkeitspunkte schaffen: Die Gehsteigkante bewusst wahrnehmen und davor stehen bleiben.
• Beim Überqueren der Straße gibt es keine Kompromisse: Hier gilt Stoppen – vom Handy aufsehen/Hörer weg vom Ohr/Kopfhörer runter nehmen – Schauen – Gehen.
• Wenn möglich einen Zebrastreifen nutzen (Pflichtnutzung innerhalb von 25 Meter Entfernung!) und nicht zwischen den Autos durchschlängeln. Ist dies unvermeidbar, dann langsam und vorsichtig so weit vortreten, dass Sie gesehen werden.
• Blickfeld vor dem Stehen bleiben und vor dem Losgehen bewusst auf das Umfeld nach vorne und unten erweitern; nach vorne auf die Richtung und Hindernisse; nach unten auf Kanten und taktile Bodenindikatoren, wie bspw. den Rillenlinien entlang von Bahnsteigkanten oder den taktil markierten Einstiegsstellen an Haltestellen.
• Bewusst auf Geräusche achten. Das akustische Auffindesignal von Ampel-Leitsystemen (hörbares Klacken) kann ein Warnhinweis dafür sein, nun erhöht aufmerksam zu sein.
• Queren sie Straßen und Kreuzungen nicht diagonal, da es so schwieriger ist den Verkehr aus allen Richtungen im Blick zu haben.
• Bleiben sie beim SMS-Tippen oder E-Mail-lesen stehen oder gehen sie an der Hausseite des Gehsteiges. Stopp- und Aufmerksamkeitspunkte immer beachten.
• Auch am Gehsteig gilt es visuell und akustisch möglichst aufmerksam zu sein, insbesondere da Kinder und Jugendliche oft mit Rollern, Skateboards und dergleichen unterwegs sind.
• Blickkontakt zum Fahrer eines nahenden Verkehrsmittels aufbauen und nicht auf das Vorrecht auf dem Schutzweg verlassen. Auch die Fahrer könnten abgelenkt sein. Geben Sie auch einmal freundliche Handzeichen.
• Auf Blitzaktionen verzichten: Geduld ist nicht nur eine Tugend, sondern gelebter Selbstschutz im Straßenverkehr, vor allem wenn man gleichzeitig telefoniert, isst oder E-Mails checkt.

Zur Sache

42 Prozent der niederösterreichischen Fußgänger sind beim Queren einer Straße erkennbar abgelenkt – das zeigt eine neue Beobachtung des KfV. Die Niederösterreicher sind im Bundesländervergleich als Fußgänger mit Abstand am unaufmerksamsten.
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