19.10.2014, 20:50 Uhr

Tragödie auf Hoher Wand: Das sagt die Bergrettung

Bei Rettungsaktion starben Vater (36) und Sohn (3).

Der Ausflug einer Wiener Familie endet tragisch: Das Unglück ereignete sich am Nachmittag des 19. Oktobers.

OBERHÖFLEIN. Eine vierköpfige Familie soll den Abstieg vom Hubertushaus in Angriff genommen haben. Der Vater Manuel S. (36) trug seinen jüngeren Sohn (3) in einem dafür geeigneten Rucksack am Rücken. Der ältere Sohn (5) soll voran gegangen und zu Sturz gekommen sein. "Der 36-Jährige wollte nach dem 5-Jährigen greifen und stürzte dabei ebenfalls mit den am Rücken befestigten 3-jährigen Jungen ab. Sie stürzen über steiles Gelände ca. 150 Meter ab und blieben in einem unwegsamen Waldgelände liegen", heißt es von der Polizei. Der 36-Jährige und der 3-Jährige verstarben noch an der Unfallstelle.

Aufstieg leichter als Abstieg

Seitens der Bergrettung erklärte Pressesprecher Helmut Friesenbichler: "Der Steig ist ein beliebter Weg beim Hubertushaus. Es handelt sich um keinen Klettersteig. Es ist aber naturgemäß so, dass bei einem Steig der Aufstieg leichter ist als der Abstieg." In einschlägiger Bergliteratur wird geraten, dass bei Steigen immer ein Erwachsener voran geht, dann erst ein Kind, dann wieder ein Erwachsener usw. "Ob das dieses Unglück verhindert hätte, kann man nicht sagen", so Friesenbichler. Der Ob er den Steig mit Kindern gehen würde? Der Bergretter: "Meine Tochter ist jetzt 17. Ich selbst bin ihn vor etlichen Jahren mit ihr gegangen."

"Mühsam, aber ungefährlich"

Der Steig wird von Bergfexen auch eingehend beschrieben – und das nicht als sehr gefährlich. Im Historischen Kletterführer von Dr. Alois Wildenauer, dem Erschließer der Hohen Wand, heißt es: „Etwas mühsamer, aber ungefährlicher Steig, der über ein schönes gut gestuftes Band zu einer reizend gelegenen Plateauwiese hinaufführt“.

Hohe Wand-Führer von Dr. Raimund Wisleitner
„Leichtester und kürzester Anstieg zum Hubertushaus. Schwierigkeit 0 plus, eine kurze Leiter.

Notarzt war zufällig vor Ort

Die Bergrettung Grünbach berichtet: "Bei der Bergung halfen ein zufällig anwesender Notarzt und die Hubschrauber C3 und C9. Die Bergung der Toten nahm der BMI-Hubschrauber vor." "Die Zusammenarbeit mit den Einsatzorganisationen funktionierte hervorragend", bedankte sich Bergrettungs-Einsatzleiter Martin Gurdet. Die Bergretter berichteten von einem sehr belastenden Einsatz, der um 18.17 Uhr zu Ende ging."
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