16.10.2016, 00:00 Uhr

Bergerlebnis am dünnen Drahtseil

Voll motiviert vor dem Eisensteigbaum beim Pittentaler Klettersteig.

Raus aus dem breiten, relativ gefahrlosen Wanderweg, und rein ins Klettersteig-Vergnügen – beim Türkensturz.

BEZIRK NEUNKIRCHEN. Bezirksblätter-Redaktionsleiter Thomas Santrucek hat eine fixe Idee: "Ich möchte den 2.840 Meter hohen Triglav in Slowenien bezwingen." "Bist schon Klettersteige gegangen? Die sind Teil der Tour. Wennst das nicht kannst, musst gar nicht erst nach Slowenien fahren", bemerkte Santrucek' sehr klettererfahrener Freund Max Geiger aus Pitten.
Also heißt es jetzt eifrig Klettersteigerfahrung sammeln. "Eine ziemliche Herausforderung, wenn man bedenkt, dass mir bisher bereits auf einer höheren Leiter schwindlig geworden ist", so Santrucek.

Probelauf im Höllental

Um die Grenzen auszuloten, ging's gemeinsam mit Max Geiger ins Höllental. Am Fuße der Rax führt die sogenannte Schönbrunnerstiege und ein ca. halbstündiger Fußmarsch zum Einstieg des Alpenvereinssteiges. Der Steig der Klasse A/B – insgesamt gehen die Schwierigkeitsstufen bis E/F (überhängend) gilt als nicht sonderlich schwierig. Santrucek: "Genau das Richtige für mich. Ich vermutete, dass die langen Eisenleitern am Anfang des Steiges schon das Ende für mich bedeuten würden."

Ein guter Lehrer

Unter Anleitung von Max Geiger ging's aber erstaunlich gut und flott bergwärts. Bis zur Höllentalaussicht gab es keinerlei Stellen, die Schwierigkeiten bereiteten.
"Gewöhnungsbedürftig war für mich anfänglich nur, ein Klettersteigset zu verwenden. Max hat mir eines geborgt", so Santrucek. Der Abstieg erfolgte über das Gaisloch. "Da wurden wir nass, weil ein kleiner Wasserfall am Steig vorbei führt", so Santrucek.

Der nächste Schritt

Die beiden Steige im Höllental waren aber nur zum Warmmachen. Der große Angst-Steig, der Santrucek in Aussicht gestellt wurde: der Pittentaler Steig, der zum Türkensturz hinauf führt. "Immerhin ein C/D mit einer senkrechten Stelle. Da geht's auch 150 Meter abwärts", schauderte es den Redakteur beim Gedanken an die steile Strecke. Am 8. Oktober war es soweit. Santrucek: "Max stieg voraus. Anfangs spürte ich wie mein rechts Knie schlotterte. Zwei, drei Minuten im Steig und die Anspannung wich der Freude über das neue Erlebnis, das da vor mir lag." Die Ausblicke aus dem Fels auf die Ortschaft Gleißenfeld waren grandios. "Natürlich war das ein Riesenschritt vom AV-Steig in diesen. Aber es war machbar und jeder Schritt ein kleines Abenteuer", so der Redakteur.

Senkrecht im Fels

Spannend wurde es kurz vor dem Ausstieg, wo das Sicherungsseil senkrecht im Fels hing. Max Geiger: "Man hat zwei Möglichkeiten: entweder über die Felsen rechts vom Seil klettern oder man kann sich am Stahlseil raufhanteln und mit den Füßen auf Reibung am Fels gehen." Weil die Felsen oft brüchig beziehungsweise nicht so stabil wirkten, entschieden wir uns für das Gehen auf Reibung. Ein wenig Kraft war dafür schon nötig. Aber nicht sonderlich viel. Und oben angekommen überkam uns ein Hochgefühl der Extraklasse. Santrucek: "Bis zum Triglav vergeht noch eine Weile. Aber es scheint, dass ich ihm Dank Max wieder ein großes Stück näher gekommen bin."

0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.