24.11.2016, 20:33 Uhr

Albanischer Kulturverein stellte sich den Ängsten der Anrainer

Pläne für Kulturvereins-Haus in Ternitz-Rohrbach. Wo die Sorgen der Bevölkerung liegen.

BEZIRK NEUNKIRCHEN. In der Pottschacher Franz Samwald-Straße und in der Ternitzer Gfiederstraße sind zwei albanische Kulturvereinslokale etabliert. Die Räumlichkeiten beider Lokale sind klein und die Parkplätze sind rar.
Vor allem der Parkplatzmangel sorgt dafür, dass bei den moslemischen Festen nach dem Ramadan und beim Opferfest die Seitengassen verparkt werden (sehr zum Leidwesen der umliegenden Anrainer).
Was also lag näher als ein gemeinsames großes Vereinshaus mit allen Schikanen zu errichten? Das Areal in der Ruedlstraße 35 schien geeignet. Kaum wurde allerdings bekannt, dass die albanischen Kulturvereine hier Fuß fassen wollen, machten Gerüchte über den Bau einer Moschee die Runde.
"Es wird keine Moschee und es wird kein Minarett geben", beteuert Sulejmani Can, Obmann des Organisationskomitees der beiden albanischen Kulturvereine.

Die Flucht nach vorne

Can und der Architekt Nargil Shaipi, suchten am 24. November den Kontakt mit den umliegenden Bürgern, um Ängste aus dem Weg zu räumen. Im Café Fredo informierten Can und Shaipi über den ersten Entwurf für das "Sport- und Kulturzentrum" in Rohrbach. Auf 2.000 Quadratmeter im Bauland Kerngebiet sollen 36 Parkplätze rund um einen Neubau entstehen. In dem Haus sollen
– ein Clubraum
– ein Jugendraum
– ein Veranstaltungsraum
– ein Gebetsraum
– eine Bibliothek
– ein Büro Platz finden.

Warum ausgerechnet hier?

Geht es nach einigen Anrainern, so würden sie den albanischen Kulturvereinsbau lieber im Wald oder im Industriegebiet weit weg von der Siedlung sehen.
"Liebe Nachbarn, wir wollen nicht isoliert sein. Wir wollten das alte Postamt im Ternitzer Rathaus kaufen, aber das ist für das Poly vorgesehen. Wir wollen niemanden stören", beteuert Suljemani Can.
"Wenn ihr Feste feiert und 300 Mitglieder kommen, fürchten wir schon eine starke Lärmbelastung" so eine große Sorge der Siedler. Bedenken bestehen auch hinsichtlich verparkter (Seiten)Gassen. Zumindest in der Vergangenheit wurde bei Hochämtern rund um den Kulturverein in der Gfiederstraße die Seitengassen zugeparkt. Anrainerbeschwerden waren meist die Folge.
36 eigene Parkplätze, teils entlang der Wasserleitungs-Trasse, sollen die Park-Situation erträglich machen. "Dort dürfen überhaupt keine Parkplätze angelegt werden", kam ein Einwand der Anrainer. Diesbezüglich will der Kulturverein noch mit Wien verhandeln.

Lärmschutzwand und Stille

Zumindest auf zwei Punkte konnte man sich im Café Fredo verständigen: der Lärmpegel soll sich in einem gesitteten Rahmen bewegen und eine Lärmschutzwand zwischen Parkplätzen und Anrainern soll auch berücksichtigt werden.
Bis Ende Dezember soll ein erster Vorentwurf fix fertig sein. Bis Jänner wollen die albanischen Kulturvereine einen Entwurf fertiggestaltet haben und ihn März/April 2017 zur Genehmigung einreichen.
Den Anrainern wurde zudem angeboten in einer weiteren Gesprächsrunde Wünsche zur Ausführung des Projektes zu deponieren.

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