Das Kaffeehäferl

Anfang der 50er Jahren waren die Auslagen der Geschäfte noch sehr dürftig dekoriert. Ich denke da an die Eisenhandlung in Kittsee. Wochen vor dem Muttertag stand ich vor dem Schaufenster und drückte meine kleine Nase an die Glasscheibe. Ein Kaffeehäferl mit der Aufschrift "Der lieben Mutter" stand mitten unter Schrauben, Nägel und Werkzeug. Das Preisschild war schon etwas verblichen, doch ich konnte es noch entziffern, viel zu teuer für mich. Wenn ich das nur meiner Mama schenken könnte! Der Muttertag rückte immer näher und eines Tages war das Häferl aus der Auslage verschwunden. Nur mehr der Blumengarten des Nachbarn konnte jetzt meine Rettung sein. Mit einem selbst gepflückten Strauss verschiedener Frühlingsblumen stand ich dann vor meiner Mama. Still und heimlich hatte sie den Frühstückstisch gedeckt und auf ihrem Platz stand in aller Pracht das Kaffeehäferl aus dem Schaufenster. Ich fiel ihr um den Hals. Sie flüsterte leise: "Dieses Mal habe ich mich selbst beschenkt, aber das liebste Geschenk bist eigentlich du!"

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